Die Erzählung "Ein Bericht für eine Akademie" von Franz Kafka (1917) wurde schon mit Elsa Brod, der Frau von Max Brod, zu einer Rezitationsvorlage. Im Theater Nestroyhof Hamakom ist es der Schauspieler Michael Gruner, der die Geschichte von einer Wandlung zum Menschen erzählt. Was er vorher gewesen war? Ein Affe. Deswegen die Banane. Für eine wissenschaftliche Akademie hält er einen Rückblick auf sein Leben. In Gefangenschaft geraten, findet er einen Ausweg in der Anpassung an menschliche Verhaltensweisen. Das Publikum wird als Akademie angesprochen, das gelingt dank eleganter Spiegelwand (Bühne: Andreas Braito) sehr gut. Gruner steht im Anzug und mit Spazierstock da. Die tierische Körperhaltung, das Flöhe-Suchen im Pelz passieren ihm wie ein fröhliches Zitat aus lang vergangener Zeit.

Regisseur Frédéric Lion verbindet diese Erzählung in einem Doppelabend mit "Das letzte Band" von Samuel Beckett. In diesem Einakter aus 1958 hört der kauzige Krapp alte Aufnahmen an. Hört sich selber beim Erzählen vom Leben und insbesondere der Liebe zu. Und was isst Krapp? Richtig! Bananen.

Neben dem Nahrungsmittel ist es aber auch die Form der melancholischen Rekapitulation, die den Abend zu einem Ganzen macht. Wobei der zweite Teil um einiges ernster und reduzierter gerät. Zurückhaltend nur wird der große Vorgang, das Anhören der Aufnahmen, von Bühnenhandlungen umrahmt. Weil hier auch die direkte Ansprache des Publikums fehlt, verliert sich der Text im Raum.