• vom 20.03.2017, 18:31 Uhr

Bühne

Update: 20.03.2017, 18:44 Uhr

Opernkritik

Fast eine Premiere, diese Wiederaufnahme




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Von Daniel Wagner


    Ein Bild, das sich dem Publikum im Haus am Ring auch nicht alle Tage bietet: Die Wiederaufnahme von Gounods "Faust" wurde zur Premiere, zumindest in besetzungstechnischer Hinsicht. So also geschehen bei der 25. Aufführung der gänzlich nüchternen Joel/Roche-Produktion: Alle, wirklich alle Protagonisten auf der Bühne feierten Rollendebüts.

    Da einmal der Titelantiheld: Jean-François Borras konnte als gut intonierender, in den Höhen solide angelegter Faustus punkten. Ihm zur Seite um einiges stärker der alles beherrschende Méphistophélès von Luca Pisaroni, dem man gerne den zur Bösartigkeit manipulierenden Dämon abnahm. Gänsehaut verbreiteten seine Ansprachen (etwa vom Goldenen Kalb "Le veau d’or").

    Information

    Faust
    Charles Gounod
    Wiener Staatsoper

    Edelsinnig und frech

    Wie edelsinnig, gänzlich unschuldig legte Anita Hartig ihre Marguerite, mit leichtem Vibrato versehen, an. Zauberhaft in der Juwelenarie, verkörperte sie im Kerker überzeugend die gefallene Schönheit, die über jeden Zweifel erhaben aus den Fängen des Bösen (und nach Verlust des geliebten Bruders Valentin, souverän von Orhan Yildiz verkörpert) gerettet wurde. Gut durchmischt die Nebenrollen: Rachel Frenkel als frecher, schön intonierender Siébel, Rosie Aldridge (Marthe) und Clemens Unterreiner als feuriger Wagner rundeten einen gelungenen Abend ab - einen, der nicht zuletzt auch dank der impulsiven Tempoangaben und präziser Kontrolle von Staatsopernorchester und Chor durch Dirigentin Simone Young zum spannungsgeladenen Erlebnis wurde.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-03-20 16:54:04
    Letzte nderung am 2017-03-20 18:44:37



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