• vom 20.03.2017, 19:30 Uhr

Bühne

Update: 20.03.2017, 19:33 Uhr

Theaterkritik

Hysterie statt Pointe




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Von Theresa-Luise Gindlstrasser

  • Im Theater Forum Schwechat geht "Stirb, bevor du stirbst" im falschen Tempo unter.

Dschihad-Satire: v. l. Barbara Braun, Angela Schneider, Petra Niedermayer, Michael Perner, Samuel Meister, Marius Schiener. - © Rolf Bock

Dschihad-Satire: v. l. Barbara Braun, Angela Schneider, Petra Niedermayer, Michael Perner, Samuel Meister, Marius Schiener. © Rolf Bock

Die Nachbarin kocht (so süß) und hört Musik (so laut). Was wie ein Nachbarschaftsstreit beginnt, führt über einen Besuch des Anti-Terror-Beauftragten hin zum Sufismus. Ibrahim Amirs zweites Stück "Stirb, bevor zu stirbst" zitiert schon im Titel Innerlichkeit und Askese und nicht, wie zunächst angedeutet, einen Aufruf zum Tod. Der Autor, dessen Erstling "Habe die Ehre" im Theater Nestroyhof Hamakom uraufgeführt und 2013 mit dem Nestroy für die beste Off-Produktion ausgezeichnet wurde, geht das Aktuelle auch hier wieder satirisch-plakativ an. Das Theater Forum Schwechat zeigt die Kriminal-Komödie in einer Inszenierung von Manuela Seidl.

Die Bühne von Thomas Nichtenberger eröffnet eine Wohnzimmer-Realität für die alleinerziehende Mutter Sabine. Matrjoschka-Puppen zitieren das Herkunftsland von Großmutter Gertrud, arabische Bücher verweisen auf aktuelle Interessen des Sohnes Philipp. Dass dieser, nicht wie zuerst angenommen nach Syrien in den Dschihad gereist ist, sondern in die Türkei zum Sufi-Camp, ist der Clou der Geschichte. Dieser sollte sich nach schnellen Schlagabtäuschen und verspätet eintreffenden Informationen ironisch offenbaren. Aber das konsequent Anschlüsse verpassende Team rund um Barbara Braun (Mutter) hat anstatt Komödie anderes im Kopf. Sehr langsam und sehr laut wird da versucht ein "Melodrama" zu machen. Da ändert auch die Witzfigur (Martin Schlager) nichts daran. Die Pointen knallen nicht, die Klischees liegen bloß ausgebreitet da.

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Stirb, bevor du stirbst

Theater Forum Schwechat





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Theaterkritik

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-03-20 16:57:06
Letzte nderung am 2017-03-20 19:33:11



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