Duo Infernale: Johanna Withalm, Johanna Rehm (u). - © Bettina Frenzel
Duo Infernale: Johanna Withalm, Johanna Rehm (u). - © Bettina Frenzel

Spiegeldrehtüren und Blumen dominieren die Bühne. Eine gnädige Frau quält ihre Zofe. Aber bald merkt man, dass hier in Wirklichkeit zwei Zofen, die Schwestern Claire und Solange, agieren.

Sie betreiben eines ihrer vielen Rollenspiele, in denen eine die Herrin mimt und deren Kleider und Schmuck trägt. Aus tiefem Frust über ihre dienende Funktion haben sie den Hausherren durch eine Intrige ins Gefängnis gebracht und bereiten nun die Ermordung der Madame vor. Aber die Dinge nehmen einen etwas anderen Verlauf.

"Die Zofen" von Jean Genet, ein Klassiker des 20. Jahrhunderts aus dem Jahr 1947, der auf einem echten Mordfall beruht, erleben in der Wiener Scala eine effektvolle Neuinszenierung. Der in tristen Verhältnissen aufgewachsene Autor vereinte Genialität mit einem Hang zum Kriminellen und Abgründigen. Dass man "Die Zofen" sowohl mit drei Männern als auch mit drei Frauen, aber auch im Geschlechterverhältnis 2:1 besetzen kann, hängt wohl mit Genets Homosexualität zusammen. Babett Arens hat sich für zwei Frauen und einen Mann entschieden.

In ihrer flotten Inszenierung - einmal wird darin sogar ein Lied aus der zehn Jahre nach den "Zofen" entstandenen "West Side Story" geträllert - kommt nie Langeweile auf.

Johanna Rehm (Claire) und Johanna Withalm (Solange) spielen mit hinreißender Intensität und sind einander als Zofen mit krimineller Energie ebenbürtig, Wolfgang Lesky brilliert als selbstgefällige gnädige Frau.