• vom 08.04.2017, 14:00 Uhr

Bühne


Musikkabarett

Blümchensex mit ganz viel Hingabe




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Von Mathias Ziegler

  • Thomas Franz Riegler ist nichts Zwischenmenschliches fremd.

One-Man-Band: Thomas Franz Riegler spielt ein Instrument nach dem anderen in die Loop-Station ein, das Ergebnis kann sich hören lassen. - © Maria Altmann

One-Man-Band: Thomas Franz Riegler spielt ein Instrument nach dem anderen in die Loop-Station ein, das Ergebnis kann sich hören lassen. © Maria Altmann

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Band zu gründen: Entweder man sucht sich ein paar gleichgesinnte Musiker - oder man kauft sich eine Loop-Station. Und weil Thomas Franz Riegler Variante eins schon in mehreren Formationen ausprobiert hat, kommt für seine Auftritte als Musikkabarettist nun Variante zwei zum Einsatz. Und so steht der Mann mit dem markanten Wuschelkopf mit Gitarre, Geige, Trompete und Synthesizer auf der Bühne und schafft damit seine eigene One-Man-Band. Überhaupt ist die Musik ein wichtiger Baustein seines aktuellen Solos mit dem programmatischen Titel "Jammast eh?", in dem es - richtig - um die hohe Kunst des Jammerns geht. Denn die will gelernt und gehegt uind gepflegt sein.

Und worüber wird gejammert? Am besten über Beziehungen, denn damit lässt sich locker ein ganzer Abend füllen. Schließlich ist Thomas Franz Riegler nichts Zwischenmenschliches fremd, hat er doch von One-Night-Stand im Suff bis Tinder am Handy (hier folgt dann ein Exkurs zum Thema Smombies) schon so gut wie alles ausprobiert - behauptet er zumindest. So zart und fein, wie sein Programm daherkommt, mag man das zwar nicht ganz glauben, aber wer weiß. Der Volksmund sagt ja nicht umsonst: Stille Wasser sind tief.

Information

Thomas Franz Riegler:
"Jammast eh?"
Info & Termine

Wobei: Still ist er ja gar nicht, überhaupt nicht - aber eben auch nicht laut. Das macht ihn auch so sympathisch, dass er sein Publikum zwar teilhaben lässt an seinem Leben und den oft auch peinlichen Anekdoten, die es für ihn bereithält, aber dass er sich nicht aufdrängt. Und dass er auch nicht maßlos übertreibt. Und so geht es zwar oft unter die Gürtellinie, aber das Niveau bleibt trotzdem hoch. Liebevoller Blümchensex statt brutaler Hardcore-Porno sozusagen, um einen passenden Vergleich zu bemühen. Und er ist einer von wenigen Kabarettisten, die es schaffen, Kirchenwitzen keinen schalem Beigeschmack zu geben. Auch das ist eine große Leistung.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2017-04-07 14:18:07
Letzte Änderung am 2017-04-07 14:25:33


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