Meg Stuart sitzt fast schüchtern mit dem Rücken zum Publikum an einem Tischchen. Sie zerschneidet Fotos, klebt die Schnipsel dann wieder zu einer Collage zusammen. Zu sehen ist das per Kamera auf einer der vielen Projektionsflächen, die die Tanzschaffende für ihre Performance "Hunter" im Tanzquartier Wien aufstellen lies.

Das biografisch motivierte Solo aus dem Jahr 2014 der in Berlin lebenden, US-amerikanischen 52-jährigen Choreografin handelt von Meg Stuarts persönlichen Erinnerungen. Es scheint, als würde sie in diesen Momenten zerfließen, manchmal gegen sie ankämpfen, um sie schließlich als Teil ihrer selbst zu akzeptieren.

Während sie zu Beginn Körpererinnerungen mit Projektionen und einer Soundcollage (Vincent Malstaf) cartoonartig zuckend aufarbeitet, ist später ein Monolog Zentrum der Selbstrecherche. Oftmals auch humorig, als sie etwa von ihren Eltern zu erzählen beginnt: Beide arbeiteten als Regisseure und führten ein kommunales Theater. "Ich habe so viele schlechte Schauspieler gesehen", erinnert sich die Tänzerin und Choreografin, "dass ich mir geschworen habe, auf der Bühne nie ein Wort zu sprechen."

Stuart hat den Ruf einer radikalen Forscherin, die sich mit der Verletzlichkeit des Körpers auseinandersetzt. Ihre Performances enden oft im Chaos, auch "Hunter" - erinnerlich bleiben visuelle und Sound-Highlights, weniger jedoch ihre Bewegungsstudien.