Wien. Die Wiener Festwochen beschreiten heuer neue Wege, die häufig nach Favoriten führen werden. Das "Performeum", ein ehemaliges Lager-Areal in der Laxenburger Straße 2a, ist Festivalzentrum sowie wichtigster Aufführungsort. Intendant Tomas Zierhofer-Kien versicherte bei der Präsentation des adaptierten Spielorts: "Es ist ein Festival der ausgebreiteten Arme." Der Neo-Festwochenchef, der bis zum Vorjahr das Donaufestival geleitet hat, verzichtet weitgehend auf klassisches Theater. Das Programm steht im Zeichen von Performance, Diskurs und Intervention.

Die Auswahl ist jedenfalls groß: Vom 12. Mai bis 18. Juni werden 44 Produktionen aus 28 Ländern gezeigt, darunter fünf Uraufführungen. Das Budget beträgt 13 Millionen Euro. 40.000 Karten sind aufgelegt, wie Geschäftsführer Wolfgang Wais erläuterte. Dass weniger Tickets verfügbar sind, liegt daran, dass viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt stattfinden.

Im Mittelpunkt steht jedoch ein ehemaliges Lager-Areal unweit des Hauptbahnhofs. Das "Performeum" wird am 18. Mai eröffnet - mit der Ausstellung "The Conundrum Of Imagination", bei der performative Elemente ebenfalls fixer Bestandteil sind. Sie wirft einen postkolonialen Blick auf die europäische Kolonialisierung, wobei vor allem Künstlerinnen und Künstler aus Afrika Beiträge gestalten. Auch das Leopold Museum wird im Rahmen von "The Conundrum Of Imagination" bespielt.

Eine der Hallen wird zum "House of Realness" umfunktioniert. Täglich wird dort Programm bis in den frühen Morgenstunden geboten. Angepriesen wurde die genreübergreifende Partyzone als "totales Wunderland", das vom New Yorker Kurator Ben Pryor konzipiert wird.

Wellnessfreuden verspricht ein aufblasbares Zelt, das bei der Präsentation von außen zu bewundern war. Im Rahmen von "Hamamness" werden die Besucher von professionellem Badepersonal verwöhnt, wobei gleichzeitig künstlerische Unterhaltung angeboten wird. Mit einem Overall, der über Sensoren und Antriebselemente verfügt, werden all jene ausstaffiert, die sich in der Installation "Haptic Fields" bewegen wollen. Auch die Diskursschiene "Akademie des Verlernens" wird ihren Hauptsitz in der Laxenburger Straße aufschlagen.

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