Ein Stück über Liebe! Und Kapitalismus, Klimaerwärmung, Tierkostüme, Eitelkeiten et cetera. Julia Burger inszeniert am Theater Drachengasse die österreichische Erstaufführung von "Open House". Der kanadische Autor David Paquet versammelt in diesem Text allerlei zeitgenössische Erlebniswelt-Schnipsel und fügt sie in eine von aberwitzigen Wendungen zu abstrusen Konklusionen schreitenden Dramaturgie.

Aleksandra Corovic, Sven Kaschte und Anna Kramer spielen drei verhaltensgestörte WG-Bewohner und fragen sich, "wie man zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen unterscheidet". Dank einer klar choreografierten Materialschlacht, klar gesetzten Szenenwechseln und einem beherzt in die Vollen greifenden Schauspiel verliert sich der Text nicht im unbestimmten Nirgendwo. Sondern macht: Komödie!

Nora Pierer hat hierfür Bühne und Kostüme entworfen. Während erstere eine klaustrophobisch-vollgestellt schmucke WG vorstellt, platzt mit den Kostümen eine weitere humorvolle Ebene auf. Eben: Tierkostüme. Und weil es vor allem um die Liebe geht, tanzt Sven Kaschte irgendwann mit vier Armen im grünen Alien-Anzug: "Liebe mich! Auch wenn wir grün sind, ist es das, was wir wollen!" Die Schauspielenden reagieren pointiert aufeinander und sprechen lange Monologe aufmerksam in Richtung Publikum. Die häufigen Wechsel der Spielweise bergen den Aberwitz aus dem Sprechdurchfall. Regisseurin Burger setzt Slapstick neben bedeutsam-nachdenklich Gesprochenes. Am Ende Konfetti.