Zu den Klängen von Elvis Presleys "Surrender" betritt Fischrestaurant-Besitzer Barney Silberman die Bühne. Einen Nachmittag lang will er den trögen Alltag hinter sich lassen, einen Moment voller erotischer Verheißungen erleben, einmal richtig über die Stränge schlagen. Ort der Verführung ist die Wohnung der Mutter, im Stil der 60er Jahre blau tapeziert und gardinenbehangen (Bühnenbild: Klaus Gasperi). Dort lädt der kurios überzeichnete Mittvierziger nacheinander drei Damen ein. Die Erwartungen sind unermesslich, die Erfüllung fragwürdig. Der Titelheld aus Neil Simons Komödie "Der letzte der feurigen Liebhaber" hat es nicht leicht.

In der detailverliebten Regie von Hanspeter Horner werden Simons kurzatmige Schuss-Gegenschuss-Dialoge an der Grenze zur Albernheit inszeniert. Horner nutzt die Komik missglückender Kommunikation und bedient sich verschiedener Slapstick-Elemente.

Das Resultat ist gelungenes
Unterhaltungstheater, das im Wald4tler Hoftheater zu Gelächter und Jubel führt. Günther Götsch blüht in der Rolle des unbeholfenen Möchtegern-Fremdgehers auf, entwickelt sich vom schüchternen Charmeur zum Draufgänger. An seiner Seite wirkt Jula Zangger anfangs etwas hölzern, spielt sich aber warm und meistert souverän den Rollenwechsel von der koketten Elaine über die ausgeflippte Bobbi zur depressiven Jeanette.

Theater

Der letzte der feurigen Liebhaber

Wald4tler Hoftheater

Wh.: bis 15. Juli, Wiederaufnahme im August und November