• vom 17.07.2017, 16:51 Uhr

Bühne

Update: 01.08.2017, 13:57 Uhr

Performance-Kritik

Faust mit Cuba Libre




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Von Theresa Luise Gindlstrasser

  • Michael Laub zeigt selbstreferenzielle Collage bei Impulstanz.

Eine Hommage an

Eine Hommage an

Rainer Werner Fassbinders "Warnung vor einer heiligen Nutte" aus 1971 ist ein Film über das Drehen eines Films. Er markiert das Ende der Arbeit mit Antiteater-X-Film und ist Fassbinders neunter Spielfilm. Impulstanz zeigt nun "Fassbinder, Faust and the Animists" vom 1953 in Belgien geborenen Regisseur und Choreografen Michael Laub im Akademietheater. Die Performance ist ihrerseits eine Performance über das Entstehen einer Performance über einen Film über das Drehen eines Films. Ist also eine einzige, mit zwei Stunden etwas lang geratene, selbstreferenzielle Show.

Originalsequenzen des Films werden abgespielt, neu synchronisiert, neu gedreht gezeigt oder auf der Bühne nachgestellt. Die Fassbinder-Atmosphäre vermittelt sich über Textschnipsel, es gibt Cuba Libre, Flirt, Gewalt und Sex. Und immer wieder das Lied "So long Marianne", leitmotivisch Teil des Soundtracks. Exkurse führen zu Faust (Astrid Enduweit als Hentai-Gretchen) und Animismus ("The word animism doesn’t really mean anything"). Schlafwandlerische Verbindung zwischen diesen disparaten Teilchen schafft das unermüdliche Madison-Tanzen.


Insgesamt 17 Performende, gekleidet in die Ausstattung des Films zitierende Kostüme, formieren sich immer wieder neu, kreieren immer neue Reflexionsschleifen. Es ist die Beiläufigkeit, mit der ein Bild sich zum nächsten wandelt, die dem Abend seine ungeheure Lässigkeit verpasst.

Eine Hommage an die Schönheit, den Exzess und die Eitelkeit der Schauspielerei.

Performance

Fassbinder, Faust and the Animists

Von Michael Laub

Akademietheater/Impulstanz

Wh. am 17. Juli




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-07-17 16:57:13
Letzte Änderung am 2017-08-01 13:57:05


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