Schweigend ins Gespräch vertieft betreten die beiden Männer die Bühne des Akademietheaters. Koffi Kôkô, Choreograf und Voodoo-Priester aus Benin, und Floros Floridis, Jazz-Musiker aus Griechenland, wechseln im Rahmen ihres gemeinsamen Abends "Think About . . ." vom Freundschaftlichen ins Angriffslustige und wieder zurück.

Das Verhältnis der Klänge (Floridis spielt Saxophon und Klarinette, außerdem Elektronik) zum tanzenden Körper zum vielsagend-färbigen Licht (von Siegfried Paul) pendelt zwischen läppischen Zufällen und organisierter Komposition.

Grandezza und Selbstironie

Lockere 50 Minuten lang umkreisen Kôkô und Floridis einander mit den Mitteln ihrer jeweiligen Disziplin. Kippen in herausfordernde Sprachschnipsel, aus denen sich dann der Tanz beziehungsweise die Musik wieder herausschält. Mal gehen die tänzerischen Bilder ins Konkrete. Für eine gleichbleibende Spannung sorgt Kôkô mit einem eigentümlichen Gemenge aus Grandezza und Selbstironie.

Im Winter 2016 in Berlin uraufgeführt, treten Kôkô und Floridis im Rahmen von ImPulsTanz an, um die zarten und harten Töne einer Beziehung zu untersuchen. Das hat auch etwas mit Kitsch zu tun. Mit einem roten Tuch und expressionistischen Gebaren. Das hat aber auch etwas mit bemerkenswerter Gelassenheit zu tun.