E.T.A. Hoffmanns Kreisler ist lebendig geworden: Bernie Feit in der Produktion von Bruno Max in Mödling. - © Bettina Frenzel
E.T.A. Hoffmanns Kreisler ist lebendig geworden: Bernie Feit in der Produktion von Bruno Max in Mödling. - © Bettina Frenzel

Wer das Mödlinger "Theater im Bunker" besucht, sollte sich warm anziehen. Denn im Labyrinth an der Brühler Straße, im Zweiten Weltkrieg von italienischen Zwangsarbeitern angelegt und damals bis zu 9000 Personen Schutz bei Luftangriffen bietend, sorgt neben den Temperaturen auch das hier agierende "Theater zum Fürchten" für Gänsehaut. Momentan präsentiert es, in kunstvoll-schauerlicher Verquickung und mit deutlich erkennbarer Theaterleidenschaft, das Leben und Werk eines genau an diesen Ort passenden Autors: Ernst Theodor Amadeus Hoffmann.

Das Konzept und die eindrucksvolle Inszenierung von Bruno Max lassen tief in die napoleonische Zeit und in die bizarre Traumwelt Hoffmanns blicken, der grandios schreiben, zeichnen und komponieren konnte und sich zugleich als Jurist in der preußischen Bürokratie durchs Leben schlagen musste und immer wieder bei seinen Vorgesetzten aneckte.

In kleinen Gruppen von maximal 20 Personen erwandert das Publikum die 21 von Marcus Ganser mit Sorgfalt ausgestatteten Stationen und begegnet dabei vielen Hoffmann’schen Figuren und Themen wie dem Sandmann und der Puppe Olympia, Klein-Zaches und der Fee Rosenschön. 64 Akteure sind in attraktiven Kostümen von Alexandra Fitzinger im Einsatz. Stellvertretend für viele schauspielerische Gustostückerln sei der besonders gelungene Auftritt von Bernie Feit als Musiker Kreisler genannt.

Eine durchaus erwünschte Nebenwirkung dieses Theatererlebnisses könnte sein, dass man ein Buch mit einer von "Hoffmanns Erzählungen" aufschlägt oder sich auf den nächsten Besuch der gleichnamigen Oper freut.

Theater

Nacht. Stücke. Die seltsamen Leiden des E.T.A. Hoffmann

Bruno Max (Konzept, Inszenierung)

Theater im Bunker, Mödling