Wien. "Das ist kein Spielplan, der sich ausruht", sagte Schauspielhaus-Intendant Tomas Schweigen bei der Präsentation seiner Projekte für die neue Saison. "Wir wollen uns selbst und das Publikum überraschen."

Den Anfang macht "Golem oder der überflüssige Mensch" am 28. September, Gernot Grünewald, der auch am Hamburger Thalia-Theater Regie führt, wird die zeitgenössische Version eines künstlichen Wesens, das sich gegen seinen Schöpfer richtet, inszenieren. Grünewald verschränkt dafür etwa Texte von Karel Capek, Stanisaw Lem mit Google-Gesellschaftsprognosen.

Experimentierfreude beweist auch die "Seestadt-Saga", die sich dem gleichnamigen Wiener Wohnexperiment widmet und als "begehbare Social-Media-Serie" angekündigt wird. Diese Produktion lässt sich interaktiv durch verschiedene Social-Media-Kanäle erleben. Doch es bleibt nicht im Digitalen: Bei real stattfindenden Events vor Ort kann man Figuren treffen, sie am Arbeitsweg begleiten, zuhause besuchen oder einfach anrufen.

Ebenfalls zu sehen ist eine Uraufführung von Thomas Köck. In "Die Zukunft reicht uns nicht (klagt, Kinder, klagt!)" verhandelt der österreichische Shootingstar das Thema Erben. Köck feiert damit die dritte Uraufführung am Schauspielhaus, kommenden Samstag wird ein Stück von Köck ("paradies.fluten") am Akademietheater uraufgeführt.

Froh stimmt Intendant Schweigen, dass die Zahl verkaufter Tickets in der vergangenen Spielzeit um fünf Prozent gesteigert werden konnte und die Auslastung im Schnitt der letzten Jahre bei 80 Prozent liegt. Insgesamt kamen 21.000 Besucher, wobei 50 Prozent jünger als 30 waren. Der Eigendeckungsgrad beim Gesamtbudget von rund 2,3 Millionen Euro liegt bei 20 Prozent.