• vom 21.09.2017, 15:00 Uhr

Bühne

Update: 22.09.2017, 16:56 Uhr

Kabarett

"Wir sind alt und brauchen das Geld"




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Von Mathias Ziegler

  • Mastermind Helmuth Vavra über das Best-of von Heilbutt & Rosen.

Berthold Foeger (Klavier), Theresia Haiger und HelmuthVavra (Gesang und Plauderei) gehen mit ihren Fans auf eine Zeitreise durch 25 Jahre Heilbutt & Rosen, begleitet von NavidDjawadi (Bass) und Gerfried Krainer (Schlagzeug).

Berthold Foeger (Klavier), Theresia Haiger und HelmuthVavra (Gesang und Plauderei) gehen mit ihren Fans auf eine Zeitreise durch 25 Jahre Heilbutt & Rosen, begleitet von NavidDjawadi (Bass) und Gerfried Krainer (Schlagzeug).

© Antonia Renner

Berthold Foeger (Klavier), Theresia Haiger und HelmuthVavra (Gesang und Plauderei) gehen mit ihren Fans auf eine Zeitreise durch 25 Jahre Heilbutt & Rosen, begleitet von NavidDjawadi (Bass) und Gerfried Krainer (Schlagzeug).

© Antonia Renner

"Heilbutt & Rosen singen um ihr Leben" wurde für den 7. Oktober im Wiener Stadtsaal angekündigt – zwischenzeitlich wurde allerdings der Titel des Best-of-Programms von Heilbutt & Rosen geändert: "Best of - 25 Jahre" heißt es jetzt schlicht. Mastermind Helmuth Vavra erklärt dazu mit einem kleinen Schmunzeln: "Zustande gekommen ist der ursprüngliche Titel, weil wir uns gedacht haben: Jetzt werden wir alt und ein bisserl stinkert und müssen schauen, wo wir bleiben. Die jugendliche Frische haben wir nicht mehr. Wir sind quasi alt und brauchen das Geld."

Was manche Fans freilich bis heute beschäftigt, ist die Frage, was die Kabarettgruppe Heilbutt & Rosen überhaupt mit ihrem Namen sagen will. Eine Frage, die Vavra auch nach 25 Jahren nicht so wirklich beantworten kann: "Heilbutt & Rosen hat sich aus einem Studentenulk entwickelt. Wir haben damals nicht gedacht, dass wir je davon leben müssen, sonst hätten wir uns einen gescheiteren Namen ausgesucht. Und später haben wir uns dann gedacht: Wie lange halten es die Leute aus, uns nicht mehr danach zu fragen? Wobei der Name wirklich sehr dämlich ist, das muss ich ehrlich sagen." Inzwischen ist Heilbutt & Rosen für ihn "einfach eine Trademark für unseren Humor, auch wenn es wie ein jüdisches Geigenduo klingt". Grundsätzlich hatten aber indirekt Monty Python und Loriot als große Vorbilder ihre Finger mit im Spiel. Wobei Vavra bekennt, dass die Gewichtung mittlerweile viel mehr auf Loriot als auf Monty Python liegt, vor allem was die Alltagssatire betrifft.

Information

Heilbutt & Rosen - Best of
7. Oktober 2017
Stadtsaal Wien
www.heilbuttundrosen.at

Für den 7. Oktober verspricht Vavra ein Best-of, "aber mit Dingen, die teilweise so alt sind, dass abgesehen von den Hardcore-Fans die Leute sie nicht mehr kennen werden". Zum Beispiel haben Heilbutt & Rosen ihr erstes Lied aus dem Jahr 1992 wieder ausgepackt: eine Persiflage auf "Die da" – der Hit der Fantastischen Vier ist damals genau im Gründungsjahr von Heilbutt & Rosen herausgekommen. "Wir schöpfen zum Teil ein bisschen aus der Ursuppe. Es ist vor allem ein Abend für unsere Freunde und Fans. Eine kleine Zeitreise mit Leuten, die uns bisher begleitet haben." Und das immerhin durch insgesamt 23 Programme hindurch, wobei hier auch die Wiederholungen und Wiederaufnahmen mitgezählt sind. Trotzdem meint Vavra mit ein bisschen Stolz: "Es war schon immer das Geschick von Heilbutt & Rosen, dass wir viel geschrieben haben und die Leute immer was Neues gesehen haben."

Das nächste reguläre Programm kommt jedenfalls bestimmt. Ob es allerdings eines mit Heilbutt & Rosen sein wird oder ob Vavra wieder einmal ein Solo macht, kann er jetzt noch nicht so genau sagen. "Wir versuchen uns möglichst breit zu fächern. Mich würde es auch interessieren, wieder einmal etwas wie den ‚Flotten 4er‘ zu machen."

Beim Best-of, das genau eine Woche vor der Nationalratswahl Premiere hat, wird die Politik keine große Rolle spielen. "Das ist ein Geburtstagsfest, wo wir uns und die vergangenen 25 Jahre feiern, da brauche ich keinen HC Strache drinnen." Das hat wohl auch mit einigen Sätzen des christlich-sozial geprägten Künstlers Vavra zu tun, die vor einem Jahr im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" gefallen sind: "Ich mache kein politisches Kabarett, weil ich genau weiß, dass ich falsch verstanden würde. In Österreich ist das nur so ein Name-Dropping, ein bisserl über die Kirche lästern, ein bisserl über die FPÖ schimpfen, und dann ist man schon politisch. Wahrscheinlich schätzen die Leute an Heilbutt & Rosen auch, dass wir was anderes machen, weil sie sowieso schon angepisst sind von der Politik. Die wollen gute Unterhaltung – und das ist die Hauptaufgabe des Kabaretts." Allerdings hofft Vavra auf Geburtstagswünsche aus Nordkorea – zumindest die internationale Politik könnte also dann doch ein bisschen vorkommen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-21 18:33:35
Letzte nderung am 2017-09-22 16:56:07



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