• vom 25.09.2017, 16:43 Uhr

Bühne


Theaterkritik

Freiheit für "Super O"




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Von Petra Paterno

  • Performative Stadterkundung zum Nabel der Welt.

Eigentlich dürfte diese Theaterkritik gar nicht erscheinen. Die Besucher der performativen Stadterkundung "Tour de Nombril" (deutsch: "Reise zum Nabel der Welt") wurden zum Stillschweigen über das Gesehene verpflichtet.

Oberste Geheimhaltung gilt einem sensationellen Fund: Bei Bauarbeiten in Aspern (die Seestadt ist Schlusspunkt der fünfstündigen Bustour) wurde angeblich ein unbekannter weißer Organismus gefunden. Die Theaterbesucher werden im interaktiven Spiel als Teilnehmer einer Ethikkommission angesprochen. In den fünf Stationen der Busfahrt, einem Streitgespräch und szenischen Interventionen, werden sie mit der Entdeckung vertraut gemacht.


Zu Beginn wollen in der Virgilkapelle Stadthistoriker gleich die Menschheitsgeschichte neu schreiben. Nächste Station: Bundesamt für Eich- und Vermessungstechnik, hier stehen die Beamten vor einem Rätsel. Hingegen ist ein Guru - man besucht sein Institut für spirituelle Energie - sicher, den "Schöpfungsteig" vor sich zu haben, dem die Menschheit entstammt. Und in einem chemischen Labor jubelt man über die Materie "Super O", die die Energiewirtschaft revolutionieren könnte.

Das Team von "Salon hybrid", einer Plattform rund um die Salzburger Künstlerin Stephanie Winter, 39, entwirft in "Tour de Nombril" ein täuschend echtes Szenario. Auf faszinierende und überaus unterhaltsame Weise wirft dieser (vielleicht etwas zu) lange Theaterabend Fragen auf rund um Spiritualität versus Wissenschaft, wirtschaftliche versus gesellschaftliche Interessen. Hingehen!

performance

Tour de Nombril

Treffpunkt: Virgilkapelle

29., 30. Sept, 18.30 und 19 Uhr

tour@tourdenombril.com




Schlagwörter

Theaterkritik

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Dokument erstellt am 2017-09-25 16:48:09


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