• vom 16.11.2007, 17:12 Uhr

Bühne


Gewalt und Unterdrückung: Wenn Frauen erzählen




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Von Brigitte Suchan

  • Die Unterdrückung der Frauen in islamistischen Gesellschaften beschäftigt die Medien. Ein engagiertes Theaterprojekt des Vereins Cocon-Kultur in Zusammenarbeit mit dem Jugend- und Kulturhaus vza beschäftigt sich mit dem Zwang, der auf Frauen in patriarchalen Kulturen ausgeübt wird.

Die Idee des männlichen Gebietertums ist schließlich nicht ausschließlich islamischen Ursprungs. Elf Frauen, schön, stark und selbstbewusst, aus verschiedenen Kulturkreisen sind die Protagonistinnen von "Mein Leben mir selbst". Für Konzept und Regie zeichnet Emel Heinrich verantwortlich, die in diesem Stück auch die Frage stellt, warum die Frauen selbst zur Erhaltung dieses Systems der Gewalt und Unterdrückung beitragen und es damit aufrecht erhalten.


Die Geschichte, die als Rahmenhandlung dient, ist so einfach wie alltäglich: Dilan ist zwölf Jahre alt, da teilt ihr die Mutter mit, dass der Vater beschlossen hat, sie mit Cousin Ali zu verheiraten. Dilan ist entsetzt.

Sie will spielen und nicht heiraten. Gefeiert wird der Abschied von der Kindheit mit der Hennanacht, dem Polterabend. Von Freundinnen und Verwandten wird Dilan für die Hochzeit zurecht gemacht. Jede der Frauen erinnert sich dabei an ihre Hennanacht und das Leben, das darauf folgte. Es sind nicht nur schöne Erinnerungen.

Gespielt wird in der Brunnen-Passage am Yppenplatz bei freiem Eintritt, jeder kann kommen und davon wird reger Gebrauch gemacht. Im Publikum sitzen die, die es betrifft. Am Ende gabs berechtigten Jubel für die Laiendarstellerinnen, die mit Herzblut bei der Sache sind.

Theater

Mein Leben mir selbst

Regie: Emel Heinreich

Brunnen-Passage

Yppenplatz

Freiwillige Spende

Wh: 17. November, 21 Uhr

Starkes Laientheater.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2007-11-16 17:12:12
Letzte Änderung am 2007-11-16 17:12:00


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