• vom 02.10.2017, 17:01 Uhr

Bühne

Update: 11.10.2017, 15:36 Uhr

Performance-Kritik

Schwitzen auf Spitzen




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Theresa Luise Gindlstrasser

  • Florentina Holzinger über die Grausamkeit von Schönheit.

Florentina Holzinger hat schon manche Schmerzgrenze überschritten. Die in Wien geborene Performerin und Theatermacherin ist seit der Präsentation ihres Solos "Silk" im Jahr 2012 Stammgast bei Impulstanz. Erstmals beim steirischen herbst, fand dort am Wochenende die österreichische Erstaufführung von "Apollon Musagète" statt. Das gleichnamige neoklassische Ballett von Igor Strawinsky mit der Choreografie von Georges Balanchine wird zwar zitiert, vor allem aber kontrastiert.

Sechs Frauen - Renée Copraij, Evelyn Frantti, Annina Lara Maria Machaz, Xana Novais, Maria Netti Nüganen und Holzinger selbst -, ein eingespieltes Ensemble, stellen ihre Körper aus. Trainieren, heben Gewichte, schwitzen auf Spitzenschuhen, defäkieren in hübsche Glasbehälter: eine Freakshow.


Das exquisite Sounddesign von Stephan Schneider verschränkt live gesprochene Elemente mit märchenhaften Melodiebögen und Störgeräuschen. Nebel, Licht und ein Rodeo-Stier, dann Zirkusnummern, Theaterblut und echtes Blut. Sonst typisch für Holzingers Arbeiten kommt "Apollon Musagète" diesmal ohne semi-fiktionalen Erzählstrang aus. Die Szenen stehen ohne Übergänge nebeneinander. Wuchtige Bilder von Zeichenhaftigkeit überladen, bezeugen ein Naheverhältnis von Grausamkeit und Schönheit. Die Unterwerfung des Körpers unter ein Schönheits-, Trainings- oder Balanchine-Ballett-Regime zeigen diesen in einer aufdringlichen Verletzbarkeit und bewundernswerten Künstlichkeit.

Performance

Apollon Musagète

Von Florentina Holzinger

Dom im Berg/steirischer herbst




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-10-02 17:06:03
Letzte Änderung am 2017-10-11 15:36:08


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wo die Briten in Becher pissen
  2. Der wortgewandte Schweigestaat
  3. Schumann ganz nahe
  4. Maria und Maryam
  5. Neu im Kino
Meistkommentiert
  1. Lieber Ed, gib uns ein WC
  2. "Schwarz in Wien" wird nicht ausgestrahlt
  3. zwetschgerl
  4. Von der Angst in die Lust
  5. Wenn der Roboter telefoniert

Werbung



Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.  Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.


Werbung