• vom 12.10.2017, 16:28 Uhr

Bühne

Update: 12.10.2017, 19:14 Uhr

Theaterkritik

Gott ist wieder auferstanden




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Von Petra Paterno


    "Gott ist tot", rief Nietzsche aus. Mehr als hundert Jahre später sind religiöse Kontroversen und Glaubensfragen wieder auferstanden, sind zu einem gravierenden Problem unserer Zeit ausgewachsen.

    Theatermacher Martin Gruber bringt mit seinem aktionstheater ensemble virulente Fragen der Gegenwart auf die Bühne. Es war daher wohl nur eine Frage der Zeit, bis Gruber und sein Team beim Thema Religion landen. Mit ihrem jüngsten Stück "Ich glaube", das nun im Werk X in Meidling zu sehen ist, untersucht das fünfköpfige Ensemble die Bühnentauglichkeit von Religionsfragen. Die Erwartungen sind bei diesem kontroversen Thema extrem hochgeschraubt - und die Stückentwicklung "Ich glaube" unterläuft diese Ansprüche absichtlich.

    Information

    Theater
    Ich glaube
    Werk X, bis 14. Oktober

    Der 75-minütige Theaterabend liefert keine tiefgründige Auseinandersetzung, sondern bringt vielmehr ein Potpourri privater Lebensberichte. Das Thema Religion taucht in den Alltagsbeobachtungen wie nebenbei auf - Claudia Kottal erzählt etwa von ihrer erzkatholischen Großmutter, Susanne Brandt sieht eine Verbindung von Martin Luther bis zur Emanzipationsbewegung, Alev Irmak wird gefragt, ob man beim Ramadan wirklich abnimmt. Vor allem geht es in der losen Szenenabfolge aber um die Suche nach Liebe. Die Gefühlsausbrüche werden in gewohnter aktionstheater-Manier dargeboten - die Akteure changieren zwischen Intensität und Lässigkeit, auch Musikeinlagen (Mireille Mathieu, Vicki Leandros) dürfen nicht fehlen. Das mag durchaus kurzweilig sein. Fraglich ist jedoch, ob man von einer theatralen Beschäftigung mit Religion nicht doch etwas mehr erwarten dürfte.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-10-12 16:34:13
    Letzte Änderung am 2017-10-12 19:14:12


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