Zur offiziellen Saisoneröffnung des brut gastiert Simon Mayer mit "Oh Magic" in der Halle G im Museumsquartier. Dort, wo sonst das Tanzquartier spielt. Weil einerseits das Künstlerhaus generalsaniert wird und das brut die gesamte Spielzeit außer Haus verbringt. Weil andererseits das TQW umgebaut wird und unter der neuen Intendanz von Bettina Kogler erst ab Ende Jänner wieder öffnet. Hinzu kommt, dass auch das WUK mit der neuen künstlerischen Leiterin Esther Holland-Merten erst ab Mitte November in die Spielzeit startet. Ein unglücklich verschleppter Saisonstart für die Wiener Tanz- und Performance-Szene also. Die neugegründete Plattform "Wiener Perspektive" reagiert auf diese aktuellen Entwicklungen und engagiert sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Wiener freien Szene.

Imposante Eröffnung

Gar nicht unglücklich, sondern imposant gerät Mayers Saisoneröffnung des brut. Die Protagonisten des Abends sind viele. Vier Menschen, zwei Roboter, das Licht, die Musik, der Nebel. Ein Gesamtkunstwerk. Die Choreographie ist Mittel zur Klangerzeugung oder die Komposition rüttelt allen möglichen Bühnenzauber durch. Der 1984 in Oberösterreich geborene Performer Mayer bewegt sich mit der neuen Produktion weiter als bisher in Richtung eines ritualhaften Überwältigungs-Theaters. Die beiden in Wien rauf und runter gespielten Erfolgsstücke "SunBengSitting" und "Sons of Sissy" nahmen ihren Ausgang bei einer Auseinandersetzung mit dem Volkstanz. Auch "Oh Magic" greift das Repetitive des Volkstanzes auf, dreht sich aber tiefer ins universell Bewusstseinserweiternde hinein.

Die Herkunft des Theaters und Tanzes aus dem Ritual beschwört "Oh Magic" in der Wiederversöhnung der Sparten Musik, Tanz und Medienkunst. Mechanik und Magie gehen dabei eine betörende Liaison ein.