Eat the Rich: (v. l.) Michaela Schausberger, Hanna Binder, Henrietta Isabella Rauth, Naemi Latzer. - © Nicole Viktorik
Eat the Rich: (v. l.) Michaela Schausberger, Hanna Binder, Henrietta Isabella Rauth, Naemi Latzer. - © Nicole Viktorik

Das Interessanteste an "Im Auftrag Charles Mansons" ist sein Stoff. Dass am Montag in der Früh der Tod des titelgebenden Kommunenführers bekanntgegeben wurde, füllte die Premiere der Gruppe Achtungsetzdich im Werk X Eldorado im Nu.

True-Crime-Fans führt der Titel jedoch in die Irre. Denn die Collage von Ursula Leitner und Valentin Werner beschäftigt sich nicht mit den brutalen Morden, zu der Manson seine Gang 1969 anstiftete. Erst ganz am Ende massakrieren die Schauspielerinnen in ihren Hippie-Kleidern symbolisch einen gebastelten Schweinskopf (Reiche waren für Manson "pigs"), und es erklingen Auszüge aus dem rassistischen Helter-Skelter-Manifest, in dem er einen Krieg zwischen Schwarzen und Weißen heraufbeschwört. Hauptsächlich wird in selbst entwickelten Szenen versucht, die Stimmung auf der Ranch der Manson Family nachzuempfinden. Adäquat selbstherrlich tobt Hanna Binder in der Hauptrolle durch den Raum. Ihre Parolen folgen hier der deutschen Grammatik, aber sie besetzt sie mit englischen words. Von den leeren Floskeln, wonach der Tod die Liebe und der Schmerz lehrreich sei, scheint sie selbst völlig überzeugt. Nur, wenn sie abwesend ist, trauen sich die anderen drei (Naemi Latzer, Michaela Schausberger, Henrietta Isabella Rauth), ihre Erfahrungen mit dem Guru zu schildern.

Worin seine Anziehungskraft bestand (außer in der regelmäßigen Verabreichung von Drogen), versteht man trotzdem nicht. Immerhin ist man angeregt, die kranke Manson-Story auf Wikipedia nachzulesen.