"Ich möchte etwas tun für die Welt, haben Sie Verwendung für mich?", fragt Rahel. Die Bühnenfigur aus dem Stück "Muttersprache Mameloschn" begibt sich auf die Suche nach sich selbst - und fährt zu diesem Zweck nach New York.

Zurück lässt sie ihre Mutter Clara, die in der DDR aufgewachsen ist und ihre Großmutter Lin, eine Holocaustüberlebende Kommunistin. Sasha Marianna Salzmann, 32, Autorin am Berliner Gorki-Theater, reißt in ihrem Stück, das im Wiener Kosmos Theater zu sehen ist, emotional aufgeladene Mutter-Tochter-Beziehungen an. Sie spießt Motive aus drei Generationen Frauenleben auf und begutachtet das Narbengewebe familiärer Schlachten. Die Akteurinnen Suse Lichtenberger, Jelena Popržan, Michèle Rohrbach und Martina Rösler wechseln in der Regie von Sara Ostertag laufend die Rollen, jede verkörpert mehrmals Mutter, Kind und Großmutter. Mit den Mitteln des Ausdruckstanzes, szenischen Miniaturen und intensivem Musikeinsatz wird Annäherung und Abgrenzung auf der Bühne sichtbar gemacht. Die Sprechchorpassagen und der mehrstimmige Gesang stechen besonders hervor, die Musik wurde von Jelena Popržan komponiert. 90 Minuten geballte Mutter-Tochter-Konfrontation, ohne Kitsch und Pathos.

theater

Muttersprache Mameloschn

Kosmos Theater

Wh. bis 16. Dez, 14. bis 24. Feb.