• vom 08.01.2018, 15:54 Uhr

Bühne

Update: 08.01.2018, 16:14 Uhr

Opernkritik

Das Mittelmaß des Wahnsinns




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Von Daniel Wagner

  • "I puritani" an der Wiener Staatsoper mit reichlich Rollendebüts.

Eine passionierte Elvira: Venera Gimadieva.

Eine passionierte Elvira: Venera Gimadieva.© Staatsoper/Ashley Taylor Eine passionierte Elvira: Venera Gimadieva.© Staatsoper/Ashley Taylor

Wie sehr hängt doch alles an der Treue eines Herzens: In Vincenzo Bellinis "I puritani", dem italienisierten Revolutionsdrama über die englischen Inseln, ist das nachdrücklich zu erleben. Seit Jahresbeginn zeigt die Wiener Staatsoper das Stück wieder, in der aktuellen Besetzung bietet es vor allem der Hausdebütantin Venera Gimadieva viel Gestaltungsraum für die Rolle der zwischenzeitig wahnsinnig werdenden, dank Herzensrettung aber gesundenden Elvira.

Ryan Speedo Green konnte sich als Lord Valtonnoch nicht voll entfalten, auch wenn er solide sang; Adam Plachetka fügte sich, erstmals in der Rolle des Rivalen Sir Forth, sauber in die altbackene Inszenierung von John Dew ein. Und Dmitry Korchak wurde der Besonderheit des Werkes mit seinem Wiener Debüt als Lord Arturo nicht unbedingt gerecht: Der Russe legte zwar Elan an den Tag und überzeugte mit seiner Melodieführung in der Mittellage; viele schrille Momente, bis hin zum diskanten Falsett, verlangten dem Publikum aber einiges an Geduld ab. Dazu ließ Dirigent Evelino Pidò eine große, laute Belcanto-Welt aus dem Orchestergraben schmettern.

Information

Oper
I puritani
Wiener Staatsoper (01/5131513)
Mit Dmitry Korchak Wh.: 10. Jän

Viel Verve und Vibrato

Und die Debütantin in der Hauptrolle? Schöne Momente gab es bis hin zur Wahnsinnsszene "Qui la voce". Gimadieva legte viel Verve in die Partie, allerdings auch ein altmodisches Vibrato, das ihrer frischen Bühnenpräsenz überhaupt nicht gerecht wurde. Zum emotionellen Höhepunkt geriet jedenfalls die Romanze des wieder zur Normalität findenden Liebespaares Arturo und Elvira. Reichlich Luft nach oben für die weiteren Abende nach diesem ersten Termin in der Vorwoche.





Schlagwörter

Opernkritik, Staatsoper

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-08 15:59:11
Letzte nderung am 2018-01-08 16:14:52



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