• vom 25.01.2018, 16:21 Uhr

Bühne

Update: 30.01.2018, 17:44 Uhr

Theaterkritik

Später war alles besser




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Von Martin Pesl

  • Margit Mezgolich adaptiert charmant einen Roman.

Viel Platz ist nicht. Eifrig werden im Souterrainlokal in der Gründorfgasse in Penzing zunächst inmitten freundlicher Begrüßungen Menschen rangiert. Auch während der Aufführung platziert das Ensemble mehrmals einige der 25 Zuschauer um. Als Schauplatz für die Adaption des 2013 erschienenen Romans "Der Winter tut den Fischen gut" der Linzerin Anna Weidenholzer hat der neu gegründete Theaterverein IG Fokus ein ehemaliges Geschäft gewählt, weil die Protagonistin Maria Modeverkäuferin ist. Oder war, bis sie mit 51 abgebaut wurde. Im Zuge einer Bewerbung zäumt sie ihre Lebensgeschichte von hinten auf.

Erst gibt sie die ältere Petra Strasser, vom Leben verunsichert, aber geschultem Optimismus verpflichtet. Später (also "früher") übernimmt Elisabeth Veit die Rolle, und ihre strahlende Naivität schmerzt, da man schon weiß, was kommen wird. Die, die jeweils nicht Maria ist, teilt sich mit John F. Kutil die anderen Figuren: den konfusen Chef, den Elvis imitierenden Ehemann und viele mehr.


Dabei stimmt einfach alles. Der skurril tragikomische Schimmer der Vorlage bleibt in Margit Mezgolichs Regie erhalten, die Spieler wechseln ihre Rollen mit viel Gespür und wissen die technischen Unzulänglichkeiten des Raums charmant für sich zu nutzen. Am Ende schließt sich der Kreis vom dargestellten Alters- zum realen Künstlerprekariat, als Strasser die interessant bedruckten Röcke und Taschen, die im Zuge des Abends die Boutique bilden, zum Kauf anbietet. Fast will man zugreifen, um dieses feine Theaterkleinod zu unterstützen.

theater

Der Winter tut den Fischen gut

Hütteldorfer Str. 141, bis 3. März

Karten unter: 0664/977 97 95 oder: ig-fokus@gmx.at




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-25 16:26:14
Letzte Änderung am 2018-01-30 17:44:11


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