Ein großes Betonbecken gefüllt mit Wasser, jeder freie Zentimenter mit Graffiti beschmiert. Ausstatter Davy van Gerven hat im Schauspielhaus den Reuterplatz in Berlin-Neukölln nachgebaut. In dieser urbanen Rauminstallation bringt ein Darstellerquartett Mehdi Moradpours jüngstes Stück "Ein Körper für jetzt und heute" zur Uraufführung.

Moradpour, 1979 in Teheran geboren, flüchtete 2001 nach Deutschland und gilt nunmehr als aufstrebender Autor. Seine bislang vier Stücke wurden ausgezeichnet. Auch "Ein Körper für jetzt und heute" hat vielversprechende Ansätze: Der Autor verwebt die Schicksale von vier Personen, die mit ihren Körpern und ihrem Liebesleben ringen: Elija ist ein Transsexueller, der zu einer Geschlechtsumwandlung gezwungen wird, Fanis will aus Liebe eine Niere spenden, während Flo nur an der Vermarktbarkeit seines Körpers interessiert ist. Das etwas undurchsichtige Beziehungsgeflecht wird noch dazu von surrealen Sequenzen unterbrochen.

Obwohl inhaltlich einiges los ist, ereignet sich auf der Bühne erstaunlich wenig. Während der 90-minütigen Aufführung stehen die Darsteller die meiste Zeit stocksteif herum, waten ein wenig im Wasser, zeigen bestenfalls minimalistische Gesten. Ein Teil der Handlung spielt in einem Nebenraum, wird via Video auf die Bühnenrückwand übertragen, die Aufnahmen sind wegen schlechter Lichtverhältnisse indes kaum zu erkennen.

Regisseur Zino Wey, geboren 1988 in Basel, gelingt es bedauerlicherweise nicht, diesen Text, in dem man leicht die Orientierung verliert, szenisch zu verorten. Es herrscht rasender Stillstand.