• vom 13.02.2018, 17:35 Uhr

Bühne

Update: 13.02.2018, 18:08 Uhr

Nachruf

Bei Heinz Unger wurden aus Zitaten Bumerangs




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Von Petra Paterno




    Wien. "Unger trifft den Volksliedton, den Landsknechtston, den Eisler- und Brecht-Ton, er kann Knittelverse schnitzen und Balladen à la Biermann hämmern, er hat als Wiener von Karl Kraus gelernt, wie man Zitate zu Bumerangs macht", so beschrieb die Publizistin Hilde Spiel einst den Autor Heinz R. Unger. Anlass für ihre Eloge war die Uraufführung der "Proletenpassion" (Arena 1976). Das politische Oratorium blickt auf die Geschichte als Abfolge von Klassenkämpfen zurück. Mit der Musik der Polit-Rockband Schmetterlinge wurde das Stück zum langjährigen Bühnenhit - wohl einer der größten Erfolge des 1938 in Wien geborenen Autors. 2015 wurde das Stück vom Meidlinger Werk X wiederbelebt und lief mit der Musik von Gustav zu neuer Hochform auf.

    Auch seine Trilogie "Die Republik des Vergessens": "Unten durch" (1980), "Zwölfeläuten" (1985) und "Hoch hinaus" (1987), in der er sich mit dem Weiterwirken der NS-Vergangenheit beschäftigte, stieß auf breites Interesse. Zahlreiche Kinder- und Jugendbücher stammen ebenfalls aus der Feder des Autors, der seine Laufbahn als Schriftsetzer, Werbetexter und Journalist begann. Der Vielreiser, Unger lebte auch in den USA und in Griechenland, ist am Montag im Alter von 79 Jahren an Lungenkrebs gestorben.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-02-13 17:38:26
    Letzte Änderung am 2018-02-13 18:08:03


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