Das kleine Meermädchen will Mensch werden, tauscht ein Paar Beine gegen ihre schöne Stimme ein und wird bitter enttäuscht in ihrem neuen Leben an Land. Der Stoff ist ein bekannter - Dramaturg und Regisseur Gerald Maria Bauer hat ihn für das Theater der Jugend in ein heutiges Gewand (mit Happy-End) verpackt, die Geschichte neu getextet, vorsichtig um Figuren erweitert und auch gleich selbst inszeniert. Ort der Handlung ist ein norddeutscher Ferienort, der Prinz ist ein Bub, der vom Abenteuer auf dem Meer träumt, die Nebenbuhlerin ein Sommergast aus der Großstadt.

Die Bühne (ebenfalls Bauer) ist funktionell, die Wechsel zwischen Unterwasserwelt und Menschenwelt funktionieren reibungslos wie poetisch. Text und Figurenzeichnung sind mitunter etwas grell und überspitzt, aber in sich schlüssig. Die gelungenste Neuschöpfung ist ein Klabauter (köstlich als Kobold: Stefan Rosenthal), der das witzige Bindeglied zwischen Menschen und Meeresbewohnern darstellt. Und auch die Kinder (ab 6 Jahren) immer wieder mit einbezieht: "Verliebt? Das Schlimmste, was dir passieren kann!" Die Produktion arbeitet mit poetischen Bildern, flotten Szenenwechseln, aber auch einer gehörigen Portion Theaterdonner - nichts für schreckhafte Kindernerven. Bauer hat insgesamt weniger eine Geschichte über die Liebe als eine über Solidarität und Freundschaft geschrieben - dass das dem jungen Publikum eher liegt, zeigt sich auch in den kollektiven Bäh- und Igitt-Rufen, als sich im Finale doch noch ein Kuss andeutet.

Kindertheater

Das kleine Meermädchen

Gerhard Maria Bauer (Textfassung, Regie, Bühne)

Theater der Jugend

Termine bis 17. März