Hip-Hop-Tänzerin Farah Deen bringt ihre Zerrissenheit zwischen Islam und Christentum auf die Bühne. - © Shananeira
Hip-Hop-Tänzerin Farah Deen bringt ihre Zerrissenheit zwischen Islam und Christentum auf die Bühne. - © Shananeira

Die drei sind hungrig, hungrige Haie. Choreograf Valentin Alfery und Produzentin Dusana Baltic sind die Köpfe des Kollektivs Hungry Sharks, das sich zur Aufgabe gemacht hat, urbanen Tanz auf die Bühne zu hieven - also etwa dem Hip-Hop und B-Boying eine künstlerische Note zu verleihen. So präsentieren sie beim am 2. März beginnenden Imagetanz-Festival ihr jüngstes Projekt mit der Hip-Hop-Tänzerin Farah Deen: "The Sky Above, The Mud Below". Darin setzten sie sich mit religiöser und weiblicher Identität auseinander, wie sie im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklären.

"Wiener Zeitung":Wie kommt man auf den Namen Hungry Sharks?

Valentin Alfery:Wir brauchten 2011 einen Namen für unser Projekt. Wir hatten uns entschlossen, urbane Tanzstile wie Breaking, Poppen, Locken für die Bühne zu choreografieren. Wir wollten nicht viel Tamtam um den Namen machen oder herumphilosophieren. Wir sind einfach hungrig darauf, im Theater aufzuführen.

Warum wollen Sie urbanen Tanz, der sein Publikum bei Battles etc. hat, auf die Theaterbühne bringen?

Alfery: Eben, um dieses Format aufzubrechen für ein erweitertes choreografisches Denken. Uns gefällt die theatrale Ästhetik. Die Straßenshow ist doch den eher einfachen, den rohen Moves geschuldet. Der große Unterschied zur Bühne liegt in der Tiefe, die man im Theater bringt: inhaltlich, choreografisch, konzeptionell . .. Eine zusätzliche Ebene, die der urbane Tanz damit erhält.

Dusana Baltik: Das ist vielleicht auch deiner Geschichte geschuldet. Du hast ja lange Zeit am Stephansplatz getanzt.

Alfery: Ja, ich war Mitglied dieser Tanzgruppe am Stephansplatz, aber das ist unterbunden worden.

Von wem unterbunden?

Alfery: Von der damaligen Stadträtin. Da gab es einige Erlebnisse, auch mit der Exekutive.

Ist Hungry Sharks ein Künstlerkollektiv?

Baltik: Also Valentin und ich sind die Köpfe, aber es ist ein Kollektiv von rund 20 Personen. Wir konnten bisher alle unsere Projekte realisieren, obwohl wir zu Beginn sehr viel Ablehnung von den Förderstellen erfahren haben.