• vom 07.03.2018, 16:24 Uhr

Bühne

Update: 07.03.2018, 16:36 Uhr

Theaterkritik

Gut gestottert, Sascha!




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Von Heiner Boberski

  • Romandramatisierung in der Freien Bühne Wieden.

Camille, Putzfrau mit Talent und Ambition für Malerei, ist krank. Philibert, stotternder Aristokrat und Postkartenverkäufer, nimmt sie in seiner Wohnung auf. Dort hat er schon den auf Liebesabenteuer spezialisierten Koch Franck, der regelmäßig seine pflegebedürftige Großmutter Paulette besucht, einquartiert. Als auch noch Paulette auf Initiative der genesenen Camille einzieht, ist die seltsame WG komplett. Und trotz aller Differenzen rauft man sich so zusammen, dass man sich angesichts des bevorstehenden Verlustes der Wohnung nicht mehr trennen will.

"Zusammen ist man weniger allein" sagt schon der Titel des neuen Stücks der Freien Bühne Wieden. Im Leben gehöre alles zusammen, will uns der Text sagen: Junge und Alte, Frotteehandtücher und Geschirrtücher, Heavy Metal und Vivaldi. "Ensemble, c’est tout" heißt der Roman der erfolgreichen französischen Autorin Anna Gavalda, der mit Audrey Tautou verfilmt und nun von Anna Bechstein theatergerecht bearbeitet wurde.

Information

Theater

Zusammen ist man
weniger allein

Freie Bühne Wieden, bis 17. März

Zwischen den Szenen sorgen diverse Chansons von "C’est si bon" bis "Milord" für die nötige Stimmung. Dass die in einem gerüttelt Maß an Sentimentalität gut verpackte Sozialkritik nicht zu kurz kommt, lassen Regisseur Helmuth Fuschl und das starke vierköpfige Ensemble nicht zu.

Michaela Ehrenstein spielt die Camille überzeugend als "Engel, der vom Himmel gefallen ist", bis sie in den Armen des erst raubeinig, dann empfindsam auftretenden Franck von Anatol Rieger landet. Alexander "Sascha" Wussow brilliert als schrullig-schüchterner Philibert, Dany Sigel als sehr lebensechte Seniorin Paulette.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-03-07 16:29:38
Letzte Änderung am 2018-03-07 16:36:17


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