• vom 07.03.2018, 16:23 Uhr

Bühne

Update: 07.03.2018, 16:35 Uhr

Theaterkritik

Grässlicher Krieg, zarte Romanze




  • Artikel
  • Lesenswert (16)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heiner Boberski

  • Junges Ensemble zeigt das gelungene Musical "Dogfight" im English Theatre.

(v. l.) Christopher Aguilar und Eduardo Medina.

(v. l.) Christopher Aguilar und Eduardo Medina.© VET (v. l.) Christopher Aguilar und Eduardo Medina.© VET

Sterne und Streifen - genau gesagt: "stars and stripes" - beherrschen das Bühnenbild. Denn im 2012 uraufgeführten Musical "Dogfight" von Benj Pasek und Justin Paul, das auf einem Film aus dem Jahr 1991 beruht, geht es um ein - nicht gerade rühmliches - Stück amerikanischer Geschichte: um den Vietnamkrieg.

Für Vienna’s English Theatre hat Adrienne Ferguson mit dem dortigen "Youth Ensemble" die auf einem Buch von Peter Duchan basierende Handlung temporeich und mit viel Sinn für Komik, aber auch für drastische Mimik und Gestik inszeniert. Die Band unter Ariana Pullano liefert schmissige und gefühlvolle Musik, die aber nicht an das Niveau der "West Side Story" heranreicht - obwohl eine der Rollen "Bernstein" heißt.

Information

Theater

Dogfight

Vienna’s English Theatre


Wh.: bis 20. März

Eine Gruppe junger US-Marines, darunter die "drei Bees" Birdlace, Bernstein und Boland, schlägt sich im November 1963 die Nacht vor ihrer Abreise nach Asien in San Francisco mit Sex, Alkohol und Tätowieren-Lassen um die Ohren. Zuvor muss jeder mit Geldeinsatz bei einem "Dogfight" mitspielen: Wer das hässlichste Mädchen zur Abschiedsparty mitbringt, erhält den Wetteinsatz. Einer schummelt, indem er eine Prostituierte anheuert und sie in alles einweiht. Als die von Eddie Birdlace (Daniele Spampinato) mitgebrachte Rose Fenny (Helena Lenn) nachträglich von der Wette erfährt, ist sie schwer gekränkt, aber schließlich entwickelt sich zwischen ihr und dem zerknirscht um Wiedergutmachung bemühten Eddie eine zarte Romanze.

Die Handlung endet 1967, als Eddie ohne Illusionen und ohne seine Kameraden, die alle gefallen sind, aus Vietnam nach San Francisco zurückkehrt. Neben den beiden auch gesanglich überzeugenden Hauptdarstellern liefern auch die weiteren Mitwirkenden sehenswerte Talentproben ab. Viel Premierenapplaus.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-07 16:29:41
Letzte Änderung am 2018-03-07 16:35:23


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Damals, als alles einfacher war
  2. Höllische Augenzeugen
  3. Michel Houellebecq heiratet in aller Stille
  4. Presse-Mail bringt Innenministerium unter Beschuss
  5. Bildet Banden!
Meistkommentiert
  1. Walter Hämmerle wird
    "WZ"-Chefredakteur
  2. Punkt! .
  3. "Beleidigen ist zum guten Ton geworden"
  4. Mehr Geld für Kunst und Kultur
  5. Tosender Applaus für Vorarlberger Zurcaroh

Werbung



Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.


Werbung