"Picknick for One" auf tragisch: Nach allem Slapstick steht am Ende der Suizid der einsamen Frau.
"Picknick for One" auf tragisch: Nach allem Slapstick steht am Ende der Suizid der einsamen Frau.

Für Silvester gilt "the same procedure as every year", wenn im Fernsehen immer wieder "Dinner for One" aus 1963 läuft. Der Komiker Freddie Frinton stolpert dabei stets über den Tigerkopf und versucht, die Menüabfolge für Miss Sophies (May Warden) einsames Dinner einzuhalten. Auch bei der Produktion "Picknick for One" vom Verein Artist Street wird wieder und wieder gestolpert. Wird wieder und wieder die Bühnenhandlung angehalten, unterbrochen und läuft in Varianten der Geschichte auf ein surreales Theatererlebnis hinaus. "Picknick for One" gastiert im Theater Brett.

Superbe Komik

Es ist eine Produktion, die
sich als zeitgenössisches Zirkustheater versteht. Matteo Spiazzi hat inszeniert, auf der Bühne stehen Ruth Biller (als einsam Dinierende), Arno Uhl (als gestreifter Gummimensch) und André Reitter (als Prima Ballerina Figurine). Unter beherzter Beteiligung der Musiker Roxanne Szankovich und Valentin Eybl wird aus einer Abfolge von Akrobatik- und Jonglage-Nummern ein zusammenhängender Theaterabend.

Bei "Picknick for One" entschließt sich die einsam Dinnierende zum Suizid. Der Zeitpunkt des Aufpralls der Kugel auf ihren Kopf unterbricht immer wieder das Geschehen. Aus dem Nichts stehen die beiden Artisten da. Alle geraten miteinander in Streit, in Zuneigung, in Konkurrenz.

Selbstironische Sequenzen entheben die Inszenierung dem zirkustypischen, burleske Elemente befeuern die Grandezza der Darstellungsweise. Nicht Manege, sondern Black-Box frei - für körperbetontes Schauspiel und superbe Komik.