Das Konzept weckt Assoziationen, ans Mimamusch-Festival, an Jacqueline Kornmüllers Ganymed-Projekte und natürlich an die erste Produktion des Vereins Tempora 2014, "On Display": Fünf leerstehende Erdgeschoßlokale, hier im (kulturell sonst eher unbelebten) Fasanviertel, werden im Loop mit je einem Monolog bespielt. Das Publikum wandert die Stationen in beliebiger Reihenfolge ab, schaut und hört zu, bis sich der Text zu wiederholen beginnt, und zieht dann weiter.

Das macht schlichtweg großen Spaß, weil die Akteure von "Habenichtse!", aber auch die Ausstatter (Nanna Neudeck, Christoph Fischer) mit erkennbarer Lust am Werk sind. Die eigens beauftragten, von Steffen Jäger inszenierten Texte sind kurzweilig, ihre Relevanz liegt - manchmal eine Spur zu - klar zutage. Thema ist die sogenannte Sharing-Economy, also das organisierte Teilen eigenen Besitzes. In Magdalena Schrefels Text preist Schauspieler Martin Hemmer aus einem gruselig verspiegelten Bretterverschlag heraus gar das Teilen von Familienmitgliedern an. Sehr witzig auch Julia Schranz im von Claudia Tondl entworfenen, superpeinlichen Nachbarschaftstreffen. Veronika Glatzner kämpft sich durch einen neoliberal durchanalysierten Autostau von David Frühauf, Jaschka Lämmert stellt bei Volker Schmidt ihre Wohnung widerwillig auf AirBnB.

Besonders berührend - und doch hochkomisch - gestaltet sich ein Kapitel aus Grischka Voss’ Aufarbeitung des Todes ihrer berühmten Theatereltern: Sie schafft es nicht und nicht, deren Sachen befriedigend zu verschenken.