An sich, so hat er einmal in einem Interview erklärt, schätzt Günther Paal alias Gunkl es sehr, wenn er geordnete Strukturen vorfindet, in denen er sich bewegen kann. Insofern ist es eigentlich nicht sein Traumraum, in den er sich mit Gerhard Walter begibt: Denn die beiden geben ihrem Publikum sehr viel Freiheit, wenn sie zur Eröffnung nach Fragen fragen.

Mit anderen Worten: Mitmachen ist erwünscht, Einwürfe - so sie nicht einfach nur blöd sind - sind willkommen. Der Programmtitel "Herz und Hirn" erklärt sich dabei aus dem Umstand, dass Gunkls Blick auf die Welt ein sehr rationaler ist, während Walter die Emotionen bedient. Die inhaltliche Bandbreite dessen, was die beiden so betrachten, reicht von hochphilosophischen Betrachtungen des Konzepts von Religion im Allgemeinen bis zu sehr satirischen speziellen Fragestellungen wie: "Warum haben Menschen Kinder?" Nachsatz: "Logisch ist das nicht." Oder auch: "Warum wachsen Männern ab 40 Haare aus den Ohren?"

Gunkl wäre nicht Gunkl, hätte er nicht auf jede Frage des Publikums (und vor allem Walters, der immer wieder den Karren anschiebt) eine plausible und gleichzeitig humorvolle Antwort. Warum er sich das Ganze aber überhaupt antut? Weil er mit Gerhard Walter befreundet ist. Und weil es ihm schon auch ein bisschen Spaß macht. Zumindest lässt er sein Publikum das glauben.