• vom 11.04.2018, 16:37 Uhr

Bühne

Update: 11.04.2018, 16:52 Uhr

Theaterkritik

Wie Nähe Distanz erzeugt




  • Artikel
  • Lesenswert (9)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heiner Boberski

  • Patrick Marbers "Closer" in Vienna’s English Theatre.

Es gibt Dramen, deren Figuren einem nie sympathisch werden, für die man aber durchaus Mitleid empfindet, weil sie offenbar nicht aus ihrer Haut heraus können. Und es gibt Stücke, die einige Zeit nach einer populären Verfilmung wieder auf die Bühne zurückkehren. In beide Kategorien gehört Patrick Marbers 1997 uraufgeführtes Werk "Closer" ("Hautnah"), das den Autor schlagartig berühmt machte. Nun wird das nicht gerade prüde Stück dem eher konservativen Publikum des Vienna’s English Theatre vorgesetzt.

Es geht um vier Personen - die Stripperin Alice (ihren wahren Namen erfährt man erst später), die Fotografin Anna, den Journalisten Dan und den Arzt Larry. Hinter den Beziehungen, die zwischen ihnen entstehen, erkennt man kaum tiefe Gefühle, sondern - vor allem seitens der narzisstisch wirkenden Männer - eher sexuelle Obsessionen. "Sie lieben ihre Träume, nicht uns", sagt Anna zu Alice. Die Qualitäten des Stückes beruhen nicht nur darauf, dass es den Zeitgeist trifft - etwa mit einem schlüpfrigen Internet-Chat und einer Lapdance-Szene -, sondern auch zeitlose Themen anspricht: Begierde, Eifersucht, Untreue, Rache. Je näher die Figuren einander kommen, desto mehr scheinen sie sich zugleich von einander zu entfernen.

Information

Theater

Closer

V. English Theatre, bis 12. Mai

Regisseurin Emma Lucia Hands serviert "Closer" nicht so schrill, wie es möglich wäre, sondern relativ dezent. Mit dem Sprechtempo und dem Wortschatz tun sich Nicht-Native-Speaker aber eher schwer. Die vier Rollen sind mit Amanda Victoria Vilanova (Alice), Michael Edwards (Dan), Daniel Llewelyn-Williams (Larry) und Claire Cordier (Anna) gleichwertig gut besetzt.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-11 16:42:08
Letzte Änderung am 2018-04-11 16:52:18



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Neues ORF-Leitungsteam tritt Dienst an
  2. Charismatische Gestaltungskraft
  3. Unerwünschte Botschaften
  4. Sorgen um Oleg Senzow
  5. In der Ruhe liegt die Kraft
Meistkommentiert
  1. friedliches landleben
  2. Ein Taktstock für die Dose
  3. Beim Song Contest siegt die Frauenpower - und Cesar Sampson
  4. Israel gewinnt den 63. Song Contest
  5. Klänge aus der Bukowina

Werbung



Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Fritz G. Mayer, Fritz Wotruba, Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, Außenansicht, Wien 23, 1974–1976. Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017. 

Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern. Die Schauspielerin Tiffany Haddish posiert auf dem roten Teppich.


Werbung