Liebeshungrig: Marilyn (Rebecca Nelsen). - © Barbara Pálffy/Volksoper
Liebeshungrig: Marilyn (Rebecca Nelsen). - © Barbara Pálffy/Volksoper

War Marilyn Monroe ihrer Lebensrolle als Sexsymbol müde? Oder ging ihr Tod, verursacht durch eine Überdosis Barbiturate, auf das Konto schleißiger Ärzte oder der Mafia? Die Kammeroper "Marilyn Forever" führt in die letzte Nacht der 36-Jährigen zurück, betreibt dort aber keine kriminellen, sondern psychologische Ermittlungen: Marilyns Seelenhaushalt soll erhellt werden.

Das Textbuch (Marilyn Bowering) stellt sich dabei nicht ungeschickt an. Die 80 Spielminuten balancieren zwischen Psychogramm und Rückschau, erzählen vom Aufstieg der Kunstfigur Marilyn und dem Fall von Norma Jeane Baker, einer Schmerzensfrau hinter der Männertraummaske: Sie greift aus Perfektionsdruck und Liebeshunger immer tiefer in die Pillenschachtel, steht auf der Bühne einer Männerübermacht gegenüber. Sechs Smokingträger bilden ein anonymes Chor-Kollektiv, ein siebenter schlüpft in die Rollen der verschiedenen (Ehe-)Partner: ein Kunstgriff, der für dramatische Schlaglichter sorgt.

Und die Musik? Acht Instrumente (Dirigent: Wolfram-Maria Märtig) weben einen elegischen Akkordteppich, den ein Jazztrio mit Barswing würzt. Das Ergebnis ist ein Amalgam aus Kammermusik und Jazzmusical, das sich in den Gesangslinien fortsetzt. Ein gefälliger Sound, der sich nur leider auch als unauffällig erweist: Komponist Gavin Bryars hat einen atmosphärischen Klangfluss geschaffen, der einem über weite Strecken an den Ohren vorbeiströmt. Außerdem legt Morten Frank Larsen (Marilyn-Partner) nicht nur Inbrunst, sondern mitunter auch Intonationsprobleme an den Tag. Rebecca Nelsen brilliert dagegen in verschiedenen Marilyn-Kleidern und erweist sich im Opern- wie Musicalstil gleichermaßen firm. Applaus zuletzt auch für die Regie von Christoph Zauner, der den Abend im Kasino des Burgtheaters so werkdienlich wie konventionell bebildert.

Musiktheater

Marilyn Forever

Weitere Termine bis 2. Mai

01/5131513