• vom 11.05.2018, 09:00 Uhr

Bühne


Interview

"Habe noch immer dieses Feuer"




  • Artikel
  • Lesenswert (7)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christoph Irrgeher

  • Roberto Alagna im Interview über die "Samson"-Premiere am Samstag an der Staatsoper.

Als Held seiner Kindheit auf der Bühne: Roberto Alagna in der Rolle des Samson.

Als Held seiner Kindheit auf der Bühne: Roberto Alagna in der Rolle des Samson.© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn Als Held seiner Kindheit auf der Bühne: Roberto Alagna in der Rolle des Samson.© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Wien. Mehr als ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Samson und Dalila einander das letzte Mal an der Staatsoper in die Arme fielen. Nun kehrt das gleichnamige Stück von Camille Saint-Saëns in Starbesetzung zurück: Am Samstag verkörpern Elina Garanča und Roberto Alagna die Titelrollen in der neuen Regie von Alexandra Liedtke. Die "Wiener Zeitung" traf Alagna, den 54-jährigen temperamentvollen Tenor, vorab zum Interview.

"Wiener Zeitung":Sie singen zum ersten Mal den Samson. Stimmt es, dass er ein Held Ihrer Kindheit war?


Roberto Alagna:Ja, meine Urgroßmutter hatte ein großes Talent, aus der Bibel vorzulesen. Sie schmückte die Geschichten aus und machte sie so noch wundervoller. Samson war für mich damals wie eine Märchenfigur.

Was gefiel Ihnen besonders?

Dass er sein Talent von Gott hat. Und es hat mich sehr bewegt, dass er so stark und zugleich fragil ist - aufgrund seiner Liebe zu Dalila. Das ist das Problem mit großen Leuten: Wenn sie sich verlieben, machen sie Fehler.

Kraftvoll und sensibel zugleich: Gilt das auch für einen Opernsänger wie Sie? Sie haben erklärt, sehr selbstkritisch zu sein, etwa in Bezug auf Ihre CDs. Sie sagten, Sie könnten sie erst nach ein paar Jahren hören.

Selbstkritik ist wichtig, nur so kann man sich weiterentwickeln. Ich bin noch heute sehr kritisch mir gegenüber. Fünf bis zehn Jahre nach einer CD-Einspielung kann ich sagen: Das war eigentlich gar nicht so schlecht. Wenn ich eine Aufnahme mache, habe ich im Kopf den perfekten Klang - und der ist unmöglich zu erreichen. Mit diesem hohen Ziel vor Augen kann man nur enttäuscht werden. Andererseits: Ich bin sehr dankbar für das, was ich von der Natur erhalten habe, ich habe damit viel mehr geschafft, als ich erwartet habe. Ich besitze ein großes Repertoire, meine Stimme klingt immer noch jung, ich bin glücklich mit meiner Karriere.

Wird ein Opernstar Ihrer Meinung nach freundlicher oder strenger beurteilt als seine Kollegen?

Mir kommt vor, ich werde strenger als jeder andere in diesem Beruf beurteilt - allerdings nicht vom Publikum, sondern von den Journalisten. Sie waren oft recht unhöflich mir gegenüber. Warum, das weiß ich nicht. In den Vorjahren hat sich das aber zum Besseren verändert.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-10 16:24:43


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Maria und Maryam
  2. Arno Geiger als einziger Österreicher auf Longlist
  3. Poppea mit neuem Dreh
  4. Große Namen, fein verknüpft
  5. ORF spränge nur bei Kostenübernahme ein
Meistkommentiert
  1. Lieber Ed, gib uns ein WC
  2. "Schwarz in Wien" wird nicht ausgestrahlt
  3. zwetschgerl
  4. Von der Angst in die Lust
  5. Mission staufreies Paris

Werbung



Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.  Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.


Werbung