• vom 16.05.2018, 17:00 Uhr

Bühne

Update: 22.05.2018, 17:07 Uhr

Opernkritik

Turbulenter Partnertausch




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Von Marion Eigl

  • Die Kammeroper zeigt "Così fan tutte" - mit einer Überfülle an Regieideen.

Klangschön: Sumi Hwang, hier mit Julian Gonzalez.

Klangschön: Sumi Hwang, hier mit Julian Gonzalez.© Prammer Klangschön: Sumi Hwang, hier mit Julian Gonzalez.© Prammer

Mit "Così fan tutte" liegt die Latte hoch. Seit jeher gilt diese Mozart/Da-Ponte-Oper als die schwierigste unter den drei Werk-Schwestern. Die Herangehensweise von Regisseur Valentin Schwarz: ein historisches Missverständnis soll entlarvt, "Così" als Metastück eines Theaterereignisses präsentiert werden. Der Österreicher konnte in seiner ersten Arbeit an der Wiener Kammeroper einige dieser Vorhaben wunderbar umsetzen. Nicht jede Idee ging auf, manchmal wurde übers Ziel geschossen.

Eine Vorstellung der Oper "Così fan tutte" kommt zur Aufführung. Despina wuselt als Regie-Assistentin herum, der Regisseur muss kurzfristig für den fehlenden Don Alfonso einspringen. Ein guter, ein witziger Einstieg, der dem hochmotivierten Ensemble in weiterer Folge eine ideale Bühne zum Spielen gibt. Carolina Lippo als Despina ist die Speerspitze der Crew, ihr gelingt eine in jeder Hinsicht beachtliche Leistung. Die Schwestern Dorabella (Anna Marshania) und Fiordiligi (Sumi Hwang) konkurrieren im ersten Akt vor allem um die Gunst des Publikums; Erstere macht das grandios witzig, Zweitere mit wunderschönem Sopran. Gut, wenn auch etwas hinter den Frauen zurück die Herren Julian Henao Gonzalez (Ferrando), Matteo Loi (Guglielmo) und Florian Köfler (Don Alfonso). Das 33-köpfige Wiener KammerOrchester versucht unter der Leitung von Stefan Vladar, die famose Partitur auszuleuchten - mit durchwachsenem Erfolg. Generell wird der Musik zu wenig Raum gegeben: Das turbulente Geschehen verhindert ein Nachwirken des eben Gehörten. Vor allem im ersten Akt gibt es (auch aufgrund der Videoprojektionen) so gut wie keine Verschnaufpausen. Die schönsten Momente sind jene, in denen Mozart pur wirken kann: Im zweiten Akt ist das der Fall, wenn Fiordiligi ihre Arie auf einer Dachterrasse (Ausstattung Andrea Cozzi) singt. Dann tritt zu der (Über-)Fülle an Regieeinfällen eine Dimension, die direkt zu Herzen geht.


Oper

Così fan tutte

Wiener Kammeroper

Weitere Termine bis 12. Juni




Schlagwörter

Opernkritik, Kammeroper

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-16 17:06:53
Letzte Änderung am 2018-05-22 17:07:06


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