Salzburg. Die Salzburger Pfingstfestspiele finden im kommenden Jahr unter dem Motto "Voci celesti - Himmlische Stimmen" statt und werden sich dem Andenken der großen Kastratenstimmen widmen. Im Zentrum steht die Händel-Oper "Alcina", in der Festival-Leiterin Cecilia Bartoli die Hauptrolle singen wird.

"Im Namen der Kunst verstümmelte man tausende von Knaben - eine fürchterliche Tradition, die über Jahrhunderte gepflegt und nur selten infrage gestellt wurde", sagte Bartoli über ihre Programmidee. Sie habe überlegt, ob man die künstlerischen Großtaten dieser Epoche überhaupt feiern und die Musikstücke aufführen solle. "Für mich liegt die Antwort auf der Hand: Ja, absolut." Aber man müsse das Phänomen auch aus anderen Blickwinkeln beleuchten und den problematischen Kontext zur Diskussion stellen.

Heuer Rossini im Zentrum


Bei der Auswahl der Stücke für das nächste Jahr hat sich Bartoli einmal mehr als musikalische Perlentaucherin erwiesen. Eröffnet wird mit "Alcina" in einer Neuinszenierung von Damiano Michieletto; Philippe Jaroussky wird als Ruggiero auf der Bühne stehen. Gespielt wird "Alcina" vom Orchester Les Musiciens du Prince - Monaco, es singt der Salzburger Bachchor.

Neben "Alcina" kann das Publikum auch das Konkurrenzstück "Polifemo" von Nicola Porpora hören- erstmals seit der Uraufführung beider Werke im Jahr 1735. Die musikalische Leitung der halbszenischen Aufführung wird George Petrou innehaben. Beim Galakonzert "Farinelli & Friends" werden neben der Pfingst-Intendantin viele Opernstars Arien, Szenen und Duette von Tonsetzern wie Händel, Porpora und Johann Adolph Hasse singen.

Die Pfingstfestspiele 2018 haben am Freitag begonnen und laufen noch bis Montag, 21. Mai. Im Zentrum steht heuer die Rossini-Oper "L’italiana in Algeri".