• vom 01.06.2018, 16:38 Uhr

Bühne

Update: 01.06.2018, 17:35 Uhr

Opernkritik

Gedrosselte Dramatik




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Von Daniel Wagner

  • Fast geglückte Wiederaufnahme von "Rigoletto" an der Staatsoper.

Das Glanzlicht des Abends: Aida Garifullina, hier neben Juan Diego Flórez.

Das Glanzlicht des Abends: Aida Garifullina, hier neben Juan Diego Flórez.© Staatsoper/Pöhm Das Glanzlicht des Abends: Aida Garifullina, hier neben Juan Diego Flórez.© Staatsoper/Pöhm

Ein Abend wie so oft im Leben: Für Verdis Rigoletto sind immer alle anderen an der eigenen Unfähigkeit schuld. So sah es für den herzöglichen Spaßmacher auch in der 22. Aufführung von Pierre Audis beliebig wirkender Staatsoperninszenierung aus. Der Anti-Titelheld konnte sich hier aber auch vokal nicht recht entfalten. Hinderte ihn der beherzt agierende, stimmlich aber wenig erfüllende Auftragsmörder Sparafucile (Ryan Speedo Green) daran, alle Facetten aus seinem Charakter herauszuholen? Als Rigoletto konnte Paolo Rumetz in der Mittellage punkten, seine Höhen waren aber nur wenig präsent.

Auch der diskret agierende Mezzosopran der Maddalena (Elena Maximova) schien nicht wirklich verführen zu wollen. Und dann war da noch der beste, schönste, beliebteste aller peruanischen Tenöre weltweit, nämlich Juan Diego Flórez. Freilich, Hits wie "La donna è mobile" gingen ihm gewohnt locker von der Kehle, doch auch er wollte an diesem soliden Repertoireabend nicht ganz aus sich herausgehen. Bemerkenswerter Höhepunkt wurde der volle Einsatz von Aida Garifullina in der Rolle der traurigen Gilda. Bereits in "Caro Nome" ließ sie mit klarem Diskant und beherzter Dramatik in ihrem Auftritt Intensität erahnen und verkörperte glaubwürdig ein Opfer unbedingter Liebe.

Information

Rigoletto
Wiener Staatsoper
Wh.: 3., 7. und 10. Juni

Unterstützt wurde sie dabei von Ensemblemitgliedern wie Pavel Kolgatin (Borsa), Marcus Pelz (Ceprano) und Lydia Rathkolb (Contessa Ceprano). Dirigent Marco Armiliato führte das Staatsopernorchester und den Chor plakativ durch den Abend.





Schlagwörter

Opernkritik, Staatsoper

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Dokument erstellt am 2018-06-01 16:46:20
Letzte Änderung am 2018-06-01 17:35:41



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