Anfang der Woche gab Festwochen-Intendant Tomas Zierhofer überraschend seine vorzeitige Vertragsauflösung bekannt, seine Intendanz endet mit 30. Juni 2018, ursprünglich wäre der Vertrag noch drei weitere Jahre gelaufen. Nun legte das Festwochen-Büro die Auslastungszahlen der zweiten und zugleich letzten Festwochen-Ausgabe unter Zierhofer-Kin offen: 101.044 Besucher wurden gezählt. In der Saison Zierhofer-Kin 1 kam man noch auf 128.630 Gäste. Dank einer geringeren Zahl an Veranstaltungen stieg die Auslastung aber von 82,51 auf 87,2 Prozent.

Für 24 Vorstellungen mit Kaufkarten wurden heuer 35.121 Tickets aufgelegt (nach 41.646 im Vorjahr). 29.844 wurden davon ausgegeben (nach 34.363 in der ersten Saison unter Zierhofer-Kin). Hinzu kommen 6090 Karten für die Installation "micro | macro", was die Gesamtzahl auf 35.934 Karten steigert.

Zusätzlich zu den kostenpflichtigen Events gab es neun Produktionen bei freiem Eintritt mit 50 Einzelveranstaltungen, was 63.126 Menschen annahmen. Alleine die Eröffnung am Rathausplatz am 11. Mai zog dabei 48.000 Zuschauer an - nach 45.000 Gästen im Jahr davor. Hinzu kommen 1.984 Personen bei Publikumsgesprächen.

Besucherrückgang


Auf den ersten Blick unterscheiden sich diese Zahlen nicht wesentlich vom letzten Jahr unter Intendant Markus Hinterhäuser: 2016 zählte man 112.700 Besucher, gab aber keine Information zur Auslastung preis.

Im Jahr davor verbuchte man insgesamt 212.200 Besucher, in die Zahl wurde aber auch das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker miteingerechnet. Die Auslastung wurde mit 91,71 Prozent angegeben. 2014, bei den ersten Wiener Festwochen unter Hinterhäuser, wurde eine Gesamtauslastung von 95,3 Prozent kommuniziert. Von 53.056 angebotenen Karten seien 50.561 ausgegeben worden, hieß es damals. Die Gesamtbesucherzahl (inklusive Veranstaltungen bei freiem Eintritt) betrug 155.318.

Verglichen mit diesen Zahlen, erhärtet sich der Verdacht, dass die Festwochen schon länger unter Besucherschwund leiden.

"Jetzt gilt es darüber nachzudenken, die Wiener Festwochen weiterhin als innovatives und strahlendes Festival zu positionieren", hielt Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in einer Aussendung fest. Noch weiß man nicht, welche Überlegungen die Kulturstadträtin anstellt, um die Festwochen wieder zu beleben.