• vom 22.06.2018, 12:30 Uhr

Bühne

Update: 22.06.2018, 13:42 Uhr

Opernkritik

Der Abend der gewieften Weiber




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Marion Eigl

  • Verdis "Falstaff" ist an die Staatsoper zurückgekehrt.

Darf in Wien fliegen: Sir John Falstaff, in Gestalt von Ambrogio Maestri.

Darf in Wien fliegen: Sir John Falstaff, in Gestalt von Ambrogio Maestri.© Staatsoper/Ashley Taylor Darf in Wien fliegen: Sir John Falstaff, in Gestalt von Ambrogio Maestri.© Staatsoper/Ashley Taylor

Ein Bauch kann mitunter hilfreich sein. Er schützt zum Beispiel vor dem Ertrinken. Bei Sir John Falstaff, dem Mann mit der legendären Wampe, klappt das jedenfalls. Finanziell sieht es dagegen schlecht für ihn aus. Abhilfe sollen die hübschen und vor allem reichen Damen Alice und Meg schaffen. Dass das Vorhaben wenig erfolgreich sein wird, ist aus Verdis "Falstaff" bekannt. Wir wissen: Wer den Schaden hat, hat auch den Spott.

Ambrogio Maestri fügt sich seinem Schicksal als gefoppter Dickwanst unaufgeregt gelassen. Der Italiener sang die Partie schon bei der Staatsopernpremiere 2016 und ist nun für die Wiederaufnahme zurückgekehrt. David McVicars opulente Inszenierung, damals auf Wunsch des dirigierenden Zubin Mehta nah an der Entstehungszeit von Shakespeares Vorlage gehalten, ist jetzt großteils neu mit Ensemblemitgliedern besetzt. Hervorstechend Andrea Carroll als hinreißend spielende und silbrig hell tönende Nannetta, auch Olga Bezsmertna in der Rolle der Alice Ford mit sicher geführter Stimme und souveräner Gestaltung. Für die stets ausdrucksstarke Monika Bohinec liegt die Rolle der Mrs. Quickly eine Spur zu tief. Das Damenquartett komplettierte die sehr gute Margaret Plummer; den verliebten Fenton gab der stimmstarke Jinxu Xiahou. Wie viel Noblesse und Baritonschmelz in dem unschönen Gefühl der Eifersucht stecken können, demonstrierte Christopher Maltman (Ford). Am Pult des Orchesters agierte James Conlon behände und umsichtig: Die vielen Stimmungswechsel gelangen gut; die heiklen Ensembles werden sich noch einspielen.

Information

Oper
Falstaff
von Giuseppe Verdi
Wiener Staatsoper
Wh.: 24., 27. und 30. Juni





Schlagwörter

Opernkritik, Staatsoper

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-22 12:22:33
Letzte Änderung am 2018-06-22 13:42:50


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. sand
  2. Egoisten bleiben sie allemal
  3. Spielend gegen die Angst vorm Fremden
  4. Im Inselreich der Affekte
  5. Die Tiefe des Meeres im Krieg
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  3. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  4. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video
  5. Schweigen im Blätterwald

Werbung



Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


Werbung