Arash lebt im zweiten Bezirk in einer Wohngemeinschaft, deren Mitbewohner und ihre alltäglichen Sorgen der junge Asylwerber wie kein anderer zu kennen scheint. Arash liebt sein Leben hier, das sich abspielt zwischen Liebeskummer, Shoppingnöten, "radical inspirations" und Feiertagen - Ostern und Weihnachten werden während des in großen Teilen im öffentlichen Raum geführten Stadtionentheaters gemeinsam mit dem Publikum begangen.

Der Dramatiker Amir Gudarzi, 1986 im Iran geboren, erzählt im Theatertext "Arash // Heimkehrer" die Geschichte seines eigenen Ankommens in Wien zunächst als fast sorgloses Zusammenleben. Wären da nicht die Angst um die zurückgelassene Familie, deren Stimmen über Kopfhörer eingespielt werden. Und wären da nicht die Schatten einer Vergangenheit, die für Arash vorerst nur schwer fassbar sind: diese flüchtigen Figuren, eine Frau auf dem Rad, ein Mädchen, das auf der Straße mit Kreide zeichnet, eine Frau mit den Erinnerungen an ein gestohlenes Leben. Es sind die Schatten Verfolgter und Ermordeter, die Schatten jener Menschen, an die die kleinen goldenen Tafeln vor so vielen Wohnungen in Wien erinnern.

Natalie Ananda Assmann inszeniert behutsam und sensibel. Und wenn sich Gudarzis Stück gegen Ende hin auch etwas verliert und die begonnenen Erzählungen nur bedingt wieder zusammenfinden, überzeugt Assmanns Entscheidung, Arashs Geschichte aus dem Theater in den Stadtraum gehoben zu haben.