Den Arbeitern und Arbeiterinnen reicht es: Sie holen sich jetzt, was ihnen zusteht. Während die einen in der Kantine nicht mehr für den "Fraß" bezahlen, räumen die anderen den Supermarkt aus. Literaturnobelpreisträger Dario Fo baute auf dieser Basis 1974 eine Tragikomödie um zwei befreundete Ehepaare auf, die im Theater am Filmhof Asparn an der Zaya in Viktoria Schuberts Inszenierung - sie spielt auch selbst die rächende Arbeiterin Antonia - bald zur bitterbösen Gesellschaftssatire wird, angereichert mit aktuellen politischen Seitenhieben.

Fünf Darsteller sorgen in acht Rollen für ein wildes Chaos auf der Bühne, das aus Margheritas (Eli Veit steigert die Hysterie ihrer Figur immer weiter) plötzlicher Schein-Schwangerschaft entsteht, nachdem ihre Freundin Antonia ihr Nudeln und Reis unter den Mantel gestopft hat, um diese vor ihrem Mann Giovanni (Fritz Hammel) zu verstecken. Dessen naive Rechtschaffenheit - "Wir stehlen nichts!" - wird auf eine harte Probe gestellt, während er dem Doch-nicht-Vater Luigi (Intendant Michael Rosenberg) beisteht und sich gegenüber einem Carabiniere (einer von vier etwas überkandidelten Rollen Stefan Altenhofers) fast um Kopf und Kragen redet vor lauter Unschuld-
Bewusstsein.

Fotostrecke 6 Bilder

Die aberwitzigen Dialoge der Männer und die irrwitzigen Ablenkungsmanöver ihrer Frauen sorgen für höchst unterhaltsame Situationskomik, der zugleich eine gewisse Tragik innewohnt. Ein Sommertheater, wie man es sich vorstellt.