• vom 20.07.2018, 17:12 Uhr

Bühne

Update: 20.07.2018, 17:46 Uhr

Performance-Kritik

Keine Heilung für Choreografen




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Verena Franke

  • Choy Ka Fai versucht sich in "Dance Clinic" an Satire.

Beim Choreografen-Doktor. - © Law Kian Yen

Beim Choreografen-Doktor. © Law Kian Yen

Man stelle sich vor: Es gibt eine Dance-Clinic, also ein Tanz-Gesundheitszentrum, in dem Choreografen sich kurieren lassen können. Heilung für künstlerische Defizite sozusagen, die dem Erfolg im Weg stehen. Per Wissenschaft und Technologie natürlich, Kunst der Kunst wegen ist hier kein Thema. Man könne sogar helfen, die Anzahl der Choreografen weltweit zu reduzieren. Schallendes Gelächter.

Der aus Singapur stammende und in Berlin lebende Choreograf Choy Ka Fai zeigt im Rahmen des zurzeit stattfindenden Impulstanz-Festivals "Dance Clinic" als satirische Verkaufsveranstaltung mit Power-Point-Präsentation von Gehirnwellen. Doctor Choy hat für seine Tanzpatienten und deren Analyse ihrer Mankos Studien betrieben, die auf einer Videowall allerlei bunte Balkendiagramme und Kurven berühmter Choreografien von Wigman, Forsythe oder Bausch und deren Rezeption beim Publikum zeigen. Mit deren Erkenntnis wird nun geholfen. Patient Z: Florentina Holzinger etwa, die mit ihrem Stück "Schönheitsabend" die Frage nach Kunst oder Pornografie beantwortet bekommen soll. Das Ergebnis ist lapidar: weniger Drama. Auch bei zwei weiteren Patienten ist die Analyse ziemlich banal. Choy Ka Fais Konzept stolpert nicht über die Idee, sondern bei der Umsetzung des Konzepts.

Information

Performance
Dance Clinic
Von: Choy Ka Fai.
Mit: Choy Ka Fai, Jereh Leung, Florentina Holzinger und Darlane Litaay.
Odeon im Rahmen des Impulstanz-Festivals.
Wh. am 21. Juli





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-20 17:20:12
Letzte Änderung am 2018-07-20 17:46:42


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Einschränkung von Pressefreiheit ist inakzeptabel"
  2. Höllische Augenzeugen
  3. Michel Houellebecq heiratet in aller Stille
  4. Damals, als alles einfacher war
  5. Kurz: "Jede Einschränkung von Pressefreiheit ist nicht akzeptabel"
Meistkommentiert
  1. "Einschränkung von Pressefreiheit ist inakzeptabel"
  2. Walter Hämmerle wird
    "WZ"-Chefredakteur
  3. Höllische Augenzeugen
  4. Punkt! .
  5. "Gefährliche Grenzüberschreitung" des Innenministers

Werbung



Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.


Werbung