Eine Uraufführung in Bayreuth - das gab es seit "Parsifal" nicht mehr. Zum (maßvollen) Erneuerungsehrgeiz von Katharina Wagner gehört auch, die Aufforderung ihres Ahnen, "Macht Neues!" wörtlich zu nehmen. Leider nicht im Markgräflichen Opernhaus - gegen den notwendigen Probenbetrieb im barocken Baukunstwerk haben die Betreiber ihr Veto eingelegt. Das charmante ehemalige Kino Reichshof in der Mitte der Maximilianstraße tut es auch.

Der Auftrag der Festspiele ging an den Grazer Klaus Lang. Mit seinem Anderthalbstünder "der verschwundene hochzeiter" dockt er weder direkt an Wagner an, noch stellt er sich gegen ihn. Im flirrenden, wabernden und zweimal auch in einem Tutti-Ausbruch eskalierenden Klangteppich scheint gelegentlich ein Hauch von Inspiration aus dem Reich der Klänge zwischen Rheingoldvorspiel und Waldweben eingewebt.

Die fabelhaft von Georges-Elie Octors einstudierten Instrumentalisten des Ictus Ensembles sind effektvoll - unter der Leitung des Komponisten - um die Zuschauer herum verteilt. Faszinierend, wie sich Paul Esterhazy (Regie) und Friedrich Zorn (Video) der geheimnisvollen Geschichte jenes sagenhaften Hochzeiters nähren, der 3 Tage nach seiner Hochzeit verschwindet, erst nach 300 Jahren zurückkehrt und zu Staub zerfällt. Die Ballettlegenden Jiří und Otto Bubeníček und ihre holografischen Doubles steuern eine suggestive Bilderwelt, Bass Alexander Kichle, Counter Terry Wey und der Chor Cantando Admont die Stimmen dieser hochatmosphärischen Reise durch Raum und Zeit bei.

Oper

der verschwundene hochzeiter

Klaus Lang

Bayreuther Festspiele