• vom 31.07.2018, 12:17 Uhr

Bühne

Update: 31.07.2018, 12:41 Uhr

Theaterkritik

Verjuxtes Vermögen




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Von Petra Paterno

  • Veronika Glatzner zeigt "Der Verschwender" bei den Raimundspielen Gutenstein.

Gutenstein-Intendantin Andrea Ecker. - © Joachim Kern

Gutenstein-Intendantin Andrea Ecker. © Joachim Kern

In einer Welt, in der das Ansehen fast ausschließlich auf wirtschaftlichem Erfolg beruht, ist ein Stück wie Raimunds "Der Verschwender" ein wahrer Glücksfall. Das Zauberspiel handelt vom Millionär Flottwell, der sein ganzes Vermögen verjuxt, nur sein Diener Valentin hält dann noch zu ihm.

Bei den Raimundspielen Gutenstein bringt Holger Schober die Paraderolle auf die Bühne. Obwohl er sich mit Verve an die Sache macht, verfängt seine Darstellung nicht wirklich. Bedauerlicherweise geht auch das "Hobellied", üblicherweise einer der Höhepunkte jeder "Verschwender"-Aufführung etwas unter, obwohl die dreiköpfige Combo durchaus gewitzt das bekannte Couplet modernisiert. Sicher gibt es gelungene Momente - Martin Bermoser überzeugt als Flottwell, Eduard Wildner macht als Dumant Bella Figura, Gutenstein-Intendantin Andrea Eckert steht in der Doppelrolle als Feenwesen und Bettler auf der Bühne - aber insgesamt gelangt das elfköpfige Ensemble in der Regie von Veronika Glatzner kaum zu einem wirkungsvollen Zusammenspiel, es wirkt, als würden sich die Akteure auf der weitläufigen Bühne immer wieder verpassen.

Die Ausstattung von Paul und Marie Sturminger macht es den Schauspielern auch nicht gerade leicht. Im Grunde besteht das Bühnenbild nur aus einem Spannteppich, einzelne Stoffteile werden von den Akteuren eigenhändig mit einer recht aufwändigen Mechanik gehoben und wieder gesenkt, um symbolhaft Flottwells Villa, Valentins Kate oder gar einen Sturm auf hoher See anzudeuten, ein sinnfälliger Spielraum entsteht auf diese Weise kaum. Schade.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-31 12:26:17
Letzte Änderung am 2018-07-31 12:41:49


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