Es ist ein Ritter ohne Körper, der Louise Lecavalier zur Tänzerin ohne Emotionen werden lässt. Zumindest in ihrem Stück "Battle-ground", das zurzeit im Rahmen von Impulstanz zu sehen ist. Die 59-jährige Kanadierin und die La-La-La-Human-Steps-Tänzerin wurde von Italo Calvinos Buch "Der Ritter, den es nicht gab" zu einem tänzerischen Schlachtfeld zwischen Solo und Duett inspiriert.

Trippeln und zittern

Lecavalier trägt einen schwarzen Hoodie und dazu lange - ebenfalls schwarze - glänzende Hosen. Trotz irrwitziger Temperaturen im Theater Odeon. Mit der Kapuze tief im Gesicht erinnert ihre Kopfunbeweglichkeit tatsächlich an eine Ritterrüstung. In starkem Kontrast dazu trippelt sie dann kreuz und quer, vor- und rückwärts, mit gebeugtem oder geraden Oberkörper über die Bühne, ihre Arme und Beine wirbeln zackig, oft zitternd. Es ist als das Gegenteil von fließendem Gleichklang zu beschreiben: neun Bilder lang, zeitweilig mit wirklichen Längen, begleitet von Techno-Klanggebilden und Live-Musik von Antoine
Berthiaume.

Später gesellt sich eine weitere schwarze Kapuzengestalt in Form ihres Tanzpartners Robert Abudo in die von Lichtdesigner Alan Lortie mit LED-Lichtbalken gestaltete Arena. Stirn an Stirn wird hier bewegt, Lecavalier scheint Abdudo wie per Zufall in die Arme zu springen, er stemmt sie sogleich in die Luft. Doch Zufälle gibt es hier nicht. Es ist ein furioses Duett mit gewöhnungsbedürftigem Bewegungsrepertoire.