Für die EAV kommt die unverhoffte Auszeichnung mit dem Sonderpreis beim Österreichischen Kabarettpreis zur rechten Zeit: Sie geht bald mit einem letzten neuen Album auf große Abschiedstour. Frontmann Klaus Eberhartinger hat mit der "Wiener Zeitung" über die Band, sein Leben in Kenia und die Fluchtwelle aus Afrika gesprochen.

"Wiener Zeitung": Die EAV bekommt nun einen Kabarettpreis. Ist kurz vor Schluss der Schritt weg vom Klamauk-Image gelungen?

Klaus Eberhartinger: Man hat uns lange immer nur an ein paar Hits gemessen, die ein bisschen oberflächlich waren. Aber auf der Bühne war die EAV keine Blödel-Combo, wie wir in den Medien oft genannt wurden - bei Live-Sendungen im TV waren wir eher gefürchtet, weil wir unberechenbar waren -, sondern eine Partie, die zwar mit Humor gearbeitet hat, aber schon auch politisch korrekt war, im guten Sinn. Es gibt ja jetzt inzwischen diese politische Korrektheit, die fast schon fundamentalistisch wird. Und Fundamentalismus in jeglicher Form lehnen wir ab. Aber Rückgrat zu zeigen ist uns schon wichtig.

Am 28. September erscheint das letzte neue EAV-Album "Alles ist erlaubt". Was unterscheidet die EAV 2018 von der EAV 1977?

Wir sind 40 Jahre älter - und auch gelassener. Wir regen uns aber immer noch über Ungerechtigkeiten und Blödheiten auf, die uns schon vor Jahrzehnten geärgert haben und die wir für gefährlich halten. Wir sind aber bei den jüngeren Alben politischer und schärfer geworden, weil die Zeiten, die wir widerspiegeln, härter, schärfer und kontrastreicher geworden sind. Das Böse ist heute wirklich fast immer und überall. Das Gespenst des Nationalismus reitet schon wieder durch Europa, gepaart mit Dummheit, weil die Leute nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen, in Europa und auch in Amerika. Wobei ich nicht glaube, dass Donald Trump wirklich so ein Trottel ist, wie alle sagen, sondern er ist ziemlich berechnend und gar nicht unschlau im Missbrauch der Sozialen Medien, aber natürlich auch gefährlich in seiner politischen Unbedachtheit oder Skrupellosigkeit, die er als Geschäftsmann gelernt hat. Im Handelsstreit mit China etwa könnte der Point of no Return kommen, wenn da die gegenseitigen Provokationen weitergehen.