• vom 04.09.2018, 13:00 Uhr

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Update: 04.09.2018, 13:14 Uhr

Kabarettpreis

"Die Moslems sind auch in der Pflicht"




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Sie verbringen seit Mitte der 1990er Jahre so wie Ihr Bandkollege Thomas Spitzer das halbe Jahr in Kenia. Wie geht es dem "Massa in Mombasa"?

Im Winter ist der Indische Ozean die größte Badewanne der Welt - herrlich! Wir haben im Winter schon früher eher die warme Ferne gesucht, auch in Thailand, wo der "Samurai" entstanden ist. In Afrika habe ich mich schon seit einer Afrika-Durchquerung als Student von Nordwest nach Südost inklusive Kilimandscharo-Besteigung zuhause gefühlt und dann auch Thomas Spitzer nach Kenia verschleppt. Man bleibt dort mit beiden Beinen auf dem Boden, weil man schon ständig mit einer Dritte-Welt-Realität konfrontiert ist, die man bei uns nicht kennt. Die Leute dort haben aber auch ein anderes Zufriedenheitsniveau als wir hier in Europa. Obwohl viele mit unangenehmen Alltagsproblemen kämpfen. Einen, der hungert und obdachlos ist, wird man auch dort nicht lachen sehen. Aber sie haben eine wesentlich bessere Basislaune.

Das heißt, wir könnten auch etwas von Afrika lernen?

Eigentlich ja. Man spricht ja immer gern von "Afrika", aber der Kontinent ist so verschieden - der Norden unterscheidet sich vom Süden, der Westen vom Osten. Trotzdem könnte man sehr viel von dem Kontinent lernen, der ja eigentlich in der Menschheitsgeschichte schon Kulturen hatte, da waren wir noch in der Steinzeit. Wir, der sogenannte zivilisierte Westen, sind auch an der Armut Afrikas sehr stark mitschuldig. Jetzt fährt gerade China über den Kontinent drüber . . .

. . . und wird von den alten Kolonialmächten dafür gerügt.

Die Chinesen machen das Gleiche, nur anders: Sie haben Geld und kaufen alles. Sie überziehen den Kontinent mit ihren eigenen Produkten, und diese Konkurrenz macht die nationalen Produktionen kaputt. Der ganze Kontinent leidet auch unter dem Klimawandel. Aber das menschliche Potenzial, das hier schlummert, ist unglaublich. Da ist so viel Kraft, die noch nicht ausgeschöpft ist. Die Leute sind hungrig danach, etwas zu schaffen. Gib ihnen eine Chance, und sie sind weg.

Insofern ist die Flüchtlingswelle nach Europa verständlich.

Dass sich Leute ohne Perspektive auf den Weg in eine bessere Zukunft machen, ist verständlich. Da ertrinken dann viele, und wir schauen sehr betroffen zu.

Verstehen Sie die Abwehrhaltung in Europa?

Es ist schon auch verständlich, dass Europa nicht einen ganzen Kontinent schlucken und den ganzen Nahen Osten auffangen kann. Das geht sich nicht aus, auch wirtschaftlich nicht. Man hat versäumt, etwas zur Integration zu machen. Kanada war und ist ein Einwanderungsland, dort gab es immer sehr gute Programme, die haben es gezielt und dosiert gemacht. Wenn man natürlich so eine Masse hereinlässt, hereinlassen muss, dann bringt das Probleme mit sich. Dazu kommen kulturelle Unterschiede, die nicht so leicht zu bewältigen sind. Ich erlebe das auch in Kenia mit dem Islam, wo Kinder in Glaubensschulen einer Art Gehirnwäsche unterzogen werden und diese Werte eingeprügelt bekommen. Die Verwerflichkeit des Westens, Frauendiskriminierung - das kriegst du nicht so leicht aus den Köpfen heraus. Ich will nicht pauschal diskriminieren, ich sage nur: Auch die Moslems, die schon lange hier und gut integriert sind, haben eine Aufgabe zu bewältigen, nämlich die Neuankömmlinge in unsere Gesellschaft und in unser Wertesystem, das wir uns erarbeitet und erkämpft haben, einzuführen. Ich verstehe auch nicht die Türken, die zwar die österreichische Staatsbürgerschaft haben, aber Recep Tayyip Erdogan zujubeln. Das hat wohl etwas mit Nationalstolz zu tun - sie müssen ja nicht unter seiner Herrschaft leiden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-04 10:35:59
Letzte Änderung am 2018-09-04 13:14:09


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