Ausgezeichneter Newcomer: Christoph Fritz. - © WZ / Moritz Ziegler
Ausgezeichneter Newcomer: Christoph Fritz. - © WZ / Moritz Ziegler

Ein Spiegel als Symbol: Die Statuen, mit denen die Gewinner des Österreichischen Kabarettpreises ausgezeichnet werden, sind eigentlich selbst Programm, halten sie doch der Gesellschaft oft einen Spiegel vor. In den Händen halten werden besagte Trophäen heuer bei der großen Gala am 26. November ein Newcomer, ein alter Hase, eine Band kurz vor ihrem endgültigen Abschied von der Bühne - und ein TV-Team, das noch via Online-Voting auszuwählen ist.

Die Preisträger wurden am Dienstag zu Mittag offiziell vorgestellt: Christoph Fritz wurde von der Jury für den Förderpreis ausgewählt, weil er in seinem Debüt "Das jüngste Gesicht" einen Coup gelandet hat: "Scheinbar naiv und unsicher an ein Mikrofon geklammert, gelingt dem tatsächlich noch sehr jungen und noch jünger aussehenden Fritz ein Rundumschlag aus der Hüfte", heißt es in der Jurybegründung. Und weiter: "Selten wurden Herkunft und Erwachsenwerden mit so tiefgehender Komik behandelt."

Der Hauptpreis geht an ein großes Kaliber der österreichischen Kabarettszene: Günther Paal alias Gunkl bekommt nun endlich auch den Österreichischen Kabarettpreis. Über sein aktuelles Programm "Zwischen Ist und Soll – Menschsein halt" schreibt die Jury: "Er erkundet zwischen Philosophie, Soziologie und Physik das Prozesshafte unseres Daseins, mit dem Fazit: Menschsein heißt lernen. Das kann man bei ihm wie bei keinem anderen Kabarettisten, weil sich bei seinen Auftritten das Wunder vollzieht, dass das Schwere federleicht und das Abstrakte ganz konkret daherkommt. Gunkl ist der lebende Beweis dafür, dass Aufklärung Spaß machen und Denksport in Trost münden kann."

Ausgezeichneter Oldie: Günther Paal alias Gunkl. - © Robert Peres
Ausgezeichneter Oldie: Günther Paal alias Gunkl. - © Robert Peres

Zum Abschied ein Ehrenpreis

Etwas überraschend - aber bei näherer Betrachtung dann auch wieder nicht - ist die Auszeichnung der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) mit dem Sonderpreis. Unter Verweis auf den Literaturnobelpreis an Bob Dylan begründet die Jury ihre Entscheidung damit, dass die EAV nicht nur keine Mühen scheute, große Erfolge einzuheimsen, sondern "auch mit beinharter Gesellschaftskritik an der rechten Front viele Feinde, von Kurt Waldheim bis Jörg Haider, schuf".

Während der Sonderpreis ebenso wie der Publikumspreis undotierte Ehrenpreise sind, bekommen Haupt- und Förderpreisträger jeweils 3333,33 Euro. Möglich machen das sowie die Verleihungsgala und deren TV-Ausstrahlung die Sponsoren und Partner des Kabarettpreises (die HDI Versicherung, die Wiener Kulturstadträtin, das "vormagazin" der ORF, das Globe Wien, das grätzlhotel, die Internationale Kulturbörse Freiburg und die Schlumberger Wein- und Sektkellerei).

Publikumspreis aus zehn TV-Formaten

Vor der großen Gala am 26. November ist aber noch das Publikum am Zug: Bis 12. November gilt es aus zehn nominierten TV-Formaten (die vorherigen Sieger "Was gibt es Neues?" und "Wir sind Kaiser" stehen nicht zur Wahl) den Sieger zu küren:
• "Bist Du deppert!", Puls 4
• "Die Tagespresse aktuell", ORF eins
• "Homo Austriacus", Servus TV
• "Kabarettgipfel", ORF eins
• "Pratersterne", ORF eins
• "Science Busters", ORF eins
• "Sehr witzig", Puls 4
• "Vurschrift is Vurschrift", Puls 4
• "Willkommen Österreich", ORF eins
• "Wir Staatskünstler", ORF eins

Abstimmung auf www.kabarettpreis.at