Michael Buchingerhasst alle, außer sich selbst. Behauptet er zumindest. - © Dominik Pichler
Michael Buchingerhasst alle, außer sich selbst. Behauptet er zumindest. - © Dominik Pichler

Seinen Hass, den könnt ihr haben: Wenn Michael Buchinger die Kamera einschaltet, um ein neues Kurzvideo für seinen Youtube-Kanal zu filmen, dann hat er sich vorher eine neue Hassliste überlegt, die er seinen Fans präsentiert. Und weil die voll drauf abfahren, hat sich der Youtuber gedacht: Warum nicht auch einmal in realen Kontakt mit der Community treten und das Ganze auf die Bühne bringen? Herausgekommen ist dabei ein Abend, an dem er zwar zunächst davor warnt, wieviel Hass (und auch Sex) vorkommen wird, aber am Ende ist es dann doch eher harmlos, wie der bekennende Schwule über seine nähere und fernere Umgebung herzieht - und das durchaus auf intellektuell höherem Niveau, allerdings zugleich etwas banalisiert.

 

Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass sein Zielpublikum tendenziell noch in die Schule geht oder gerade erst dabei ist, die Schwelle zur Großjährigkeit zu überschreiten. Also hat er - Hass hin, Hass her - auch ein bisschen eine Verwantwortung seinen jungen Zuhörern gegenüber. Wenn er dann also gegen Rolltreppen-links-Steher oder Gnocchi-falsch-Aussprecher ins Feld zieht oder auch seine demente, erzkonservative Großmutter im Zusammenhang mit seinem Partner durch den Kakao zieht, dann begibt er sich vielleicht da oder dort aufs Eis, aber die wirklich dünnen Stellen meidet er. Kleine Boshaftigkeiten und Sticheleien lässt er alle paar Minuten los, grobe Ausfälle gibt es aber keine. Höchstens fragt man sich, was ihm Thomas Brezina getan hat, dass er als Stänker-Objekt herhalten muss.

Egal, die Jugend tobt, und die älteren Semester, die eher ratlos dazwischen sitzen, wenn er zum Beispiel eine lange Passage aus seinem neuen Buch mit eher magerer Pointe vorliest, sind sowieso falsch hier. Die haben sich einfach nicht mit seinen Youtube-Videos entsprechend vorbereitet.